Düsseldorf, 22.04.2008 09:42 Uhr (FS)
Die Düsseldorfer Hypothekenbank wird verkauft, wie der Bundesverband deutscher Banken (BdB) am Montagabend mitteilte. Die Eigentümer hätten sich entschlossen, das Institut vorübergehend auf den Einlagensicherungsfonds des BdB zu übertragen.
Die Bank solle in einem geordneten Verfahren einem neuen Eigentümer zugeführt werden. Die Bedienung und Einlösung der Pfandbriefe sei gesichert. Mit dem Schritt würden "die Schwierigkeiten überwunden, in die das Institut in dem jetzigen angespannten Marktumfeld geraten" sei.
Die Finanzaufsicht BaFin und die Bundesbank seien über die Transaktion unterrichtet, teilte der BdB weiter mit. "Bankaufsichtliches Handeln" sei nicht nötig gewesen.
Die Finanzkrise hatte 2007 den Gewinn der Düsseldorfer Bank, die in der Staatsfinanzierung und der Immobilienfinanzierung tätig ist, aufgezehrt. Zur Stärkung der Kapitalbasis hatte die Unternehmerfamilie Schuppli als Alleinaktionärin der Hypothekenbank im Februar diesen Jahres 100 Millionen Euro zugeführt. Weitere 50 Millionen Euro stünden auf Abruf bereit, hieß es vor zwei Monaten weiter. Die Bank mit einer Bilanzsumme von knapp 27 Milliarden Euro hatte damit auch auf einen von der BaFin in Auftrag gegebenen Sonderbericht der KPMG-Wirtschaftsprüfer reagiert. Darin sei eine Prüfung der Strategie und eine Kapitalzufuhr gefordert worden.
Die Düsseldorfer Hypothekenbank teilte am Abend mit, ihre Eigentümer hätten 94 Prozent der Anteile an die Beteiligungsgesellschaft Resba verkauft, die vom BdB-Sicherungsfonds verwaltet würden. Die restlichen sechs Prozent der Anteile seien an die Einlagensicherungs- und Treuhandgesellschaft gegangen, diese Anteile würden vom Prüfungsverband deutscher Banken gehalten.
Hauptzweck der Bank
Die Staatsfinanzierung, d. h. die Kreditgewährung an den öffentlichen Sektor, bildete den Schwerpunkt. Kredite an Zentralstaaten, regionale Gebietskörperschaften und öffentlich-rechtliche Kreditinstitute dominierten das diversifizierte Gesamtportfolio.
Die Refinanzierung gestaltete die Bank überwiegend durch Öffentliche Pfandbriefe. In kleinerem Umfang wurden Hypothekenpfandbriefe und unbesicherte Schuldverschreibungen begeben.
Mitteilung der Bank nach § 15 WpHG
Durch Vertrag vom 21. April 2008 haben die Eigentümer der Düsseldorfer Hypothekenbank AG 94% der Anteile an die Resba Beteiligungsgesellschaft mbH und 6% der Anteile an die Einlagensicherungs- und Treuhandgesellschaft mbH verkauft und unter Kartellvorbehalt übertragen. Die Geschäftsanteile der Resba Beteiligungsgesellschaft mbH werden vom Bundesverband deutscher Banken e.V. – Einlagensicherungsfonds –, die der Einlagensicherungs- und Treuhandgesellschaft mbH werden vom Prüfungsverband deutscher Banken e.V. gehalten.
Die Übernahme der Beteiligungen erfolgte, um die Bank einem neuen Eigentümer zuzuführen. Die Aktienkaufverträge stehen derzeit noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Verkäufergesellschaften.
Düsseldorf, 21. April 2008 Der Vorstand
(ThomsonReuters/Düsseldorfer Hypothekenbank AG)
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