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Stadt Hagen verklagt die Deutsche Bank - auf 50 Millionen Euro Schadenersatz

Hagen, 23.04.2008 10:11 Uhr (redaktion)

Wie der WDR am Mittwoch veröffentlicht hat, verlor die Stadt Hagen mehr als 25 Millionen Euro durch riskante Bankgeschäfte. Die Deutsche Bank soll falsch beraten haben.

Die Summe, um die es dabei geht, ist noch wesentlich höher: Auf rund 50 Millionen Euro Schadenersatz haben die Stadt Hagen und zwei Tochterunternehmen die Deutsche Bank verklagt. So viel fürchtet die Kommune insgesamt zu verlieren - wegen eines so genannten Zinsoptimierungsgeschäfts, das die damalige Stadtkämmerin im Jahr 2005 mit der Bank abgeschlossen hat. "Swap"-Geschäft heißt die Abmachung im Bankjargon, also "Tausch"-Geschäft. Dabei können, kurz gesagt, Kreditnehmer ihre langfristigen Zinsen gegen kurzfristige eintauschen, in der Hoffnung, dabei besser wegzukommen.

In einem "CMS Spread-Ladder-Swap", wie das Angebot genau heißt, tauscht der Kunde die Langfrist-Zinsen gegen Kurzfrist-Zinsen, in der Hoffnung, dass diese in naher Zukunft günstiger sein werden.

Im Fall der mit 880 Millionen Euro verschuldeten Stadt Hagen entwickelten sich die Zinsen dann allerdings schon wenige Monate nach Vertragsabschluss genau in die entgegen gesetzte Richtung. Die Folge: Hagen muss viele Millionen mehr an Kreditzinsen zahlen.

Die Deutschen Bank weist die Vorwürfe im übrigen zurück: Man habe umfangreich auf Chancen und Risiken hingewiesen. In einer "Güteverhandlung" will das Wuppertaler Landgericht nun zunächst versuchen, die beiden Parteien zu einer Einigung zu bringen, so Landgerichtssprecher Michael Börsch.

Der Deutschen Bank stehen laut WDR weitere Klagen ins Haus. Demnach soll die Bank mehreren Kommunen und Privatfirmen das Produkt verkauft haben.

 

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