Berlin, 28.04.2008 11:24 Uhr (redaktion)
Die Pläne der SPD-Spitze gegen hohe Managergehälter stoßen bei der Union und auch in den eigenen Reihen auf Widerstand.
Der Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, nannte die Vorschläge am Montag "nicht zielführend". Auch wenn Gehälter von über einer Million Euro von den Firmen nicht mehr voll als Betriebsausgaben von der Steuer abgesetzt werden könnten, würden sie weiter bezahlt werden. Unternehmen müssten selbst entscheiden, welche Gehälter sie zahlen, sagte Kauder im Deutschlandfunk. Wichtiger sei, dass schlechte Manager nicht noch mit hohen Abfindungen belohnt würden, sagte er und verwies auf entsprechende Forderungen von Parteichefin und Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Der Chef der Metall-Arbeitgeber, Martin Kannegießer, sagte, die Vorschläge brächten nichts. "Das Problem wird aufgeblasen", sagte er demselben Sender. Übertriebene Vergütungen ließen sich nur verhindern, "wenn die Aufsichtsräte mehr Sensibilität und Realismus zeigen".
Auch in der SPD gab es Kritik. Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin nannte die Pläne in der ARD eine "klassische Symbolpolitik, die gar nichts bringt". Managergehälter machten ohnehin nur "einige Promille der gesamten Lohneinkünfte" aus. Eine Änderung der Abfindungsregelung werde nichts ändern: "Sie bekommen die selben Gehälter." Der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) rief die Gewerkschafter in den Aufsichtsräten auf, ihrer Verantwortung bei der Bemessung der Vorstandsbezüge gerecht zu werden.
Die Pläne sollen am Montag in Berlin vorgestellt werden. SPD-Chef Kurt Beck kündigte einen Katalog von Vorschlägen an. "In den letzten Jahren ist jede Verhältnismäßigkeit bei den Managergehältern verloren gegangen", sagte er der "Bild"-Zeitung. Kern der Vorschläge ist, dass Unternehmen Gehälter und Abfindungen für Manager nur noch bis zu einer Million Euro voll von der Steuer abziehen dürfen. Darüber hinaus gehende Beträge sollten nur noch zur Hälfte geltend gemacht werden können. Zudem sollen sich die Gehälter nicht mehr an der kurzfristigen Entwicklung des Aktienkurses orientieren.
(ThomsonReuters)
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