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Pooths Maxfield-Insolvenz: Gläubiger fordern immer mehr Gelder

Düsseldorf, 06.05.2008 18:37 Uhr (redaktion)

Über die in Insolvenz gegangene "Maxfield" ist u.a. der Chef der Sparkasse Düsseldof Heinz-Martin Humme gestolpert und fristlos gekündigt worden. Immer mehr Gläubiger, darunter auch Banken, fordern ihr Geld zurück. Der Druck nimmt zu.

Der WDR berichtet, das Insolvenzverwalter Michael Bremen den Betroffenen am Dienstag (06.05.08) auf der Gläubigerversammlung im Düsseldorfer Amtsgericht keine großen Hoffnungen machte: Den Schulden stehe fast kein Vermögen gegenüber, hieß es. So werden die Gläubiger von jeweils 100 Euro Forderungen nach derzeitigem Stand gerade einmal 37 Cent wiedersehen. Insgesamt haben laut Bremen 461 Gläubiger Ansprüche angemeldet, zusammen 27 Millionen Euro. Nach vorläufiger Prüfung seien mindestens 19 Millionen berechtigt. Damit ist das Ausmaß der Pleite der Elektronikfirma Maxfield noch größer als bislang angenommen.

Lediglich 40 Gläubiger waren zur ersten Versammlung nach Düsseldorf gekommen. Insgesamt umfassen die Forderungen Millionenkredite von Banken ebenso wie Ansprüche von 356 Kleingläubigern wegen defekter MP3-Player. Die Commerzbank will 1,8 Millionen Euro von Maxfield zurück. Die Stadtsparkasse Düsseldorf, die Maxfield 9,2 Millionen Euro geliehen hat, hat auf Rückzahlung von 1,8 Millionen Euro geklagt. Die Landesbank Rheinland-Pfalz, bei der Maxfield mit rund zwei Millionen Euro in der Kreide stehen soll, behält sich rechtliche Schritte noch vor.

Maxfield hatte Anfang 2008 Insolvenz angemeldet, im März eröffnete das Amtsgericht Düsseldorf das Verfahren. Nach Angaben des Insolvenzverwalters soll das Unternehmen aber schon Mitte 2007 nicht mehr zu retten gewesen sein. Diese Einschätzung dürfte auch die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft interessieren. Sie ermittelt inzwischen wegen des Verdachts der Bestechung und Insolvenzverschleppung gegen Franjo Pooth. Er soll sich die Millionenkredite mit kostspieligen Geschenken an Bankmanager erschlichen haben. Der Chef und ein weiterer Vorstand der Düsseldorfer Sparkasse waren deshalb fristlos entlassen worden.

Dabei hatte alles so vielversprechend begonnen: Als der Architektensohn 2002 in Düsseldorf seine Elektronikfirma gründete, schien er eine lukrative Marktnische gefunden zu haben. Mit stylischen MP3-Playern, Navigationsgeräten, DVD-Playern und einem "Fashion-Handy" konnte er innerhalb weniger Jahre den Umsatz seines Unternehmens von null auf fast 35 Millionen Euro hochschrauben. Das "Handelsblatt" kürte Pooth 2006 zum "Shootingstar der deutschen MP3-Industrie". Der folgende wirtschaftliche Schiffbruch soll mit der Unternehmensleitung und den Schwierigkeiten des Marktes zusammenhängen. So formuliert es Insolvenzverwalter Bremen. Pooth selbst sei dabei weniger als Manager, sondern eher als Designer und Entwickler tätig gewesen.

Lesen sie hier auf FMM-Magazin.de die Chronologie der Ereignisse

(WDR)

 

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