Hessen, 09.05.2008 10:17 Uhr (redaktion)
Wie der hessische Rundfunk berichtet, wird die "zweite Miete" für Heizung, Müllabfuhr oder Haus-Reinigung immer teurer. Laut Mieterbund sind die Nebenkosten um zehn Prozent gestiegen.
Jost Hemming, Geschäftsführer des Deutschen Mieterbunds Hessen, schlägt Alarm. Nicht die Kaltmiete, sondern die Nebenkosten brächten immer mehr Mieter in Schwierigkeiten. Der Mieterbund hat in seinem neuesten Betriebskostenspiegel festgestellt, dass Mieter in Hessen 2006 durchschnittlich 2,84 Euro pro Quadratmeter und Monat für Nebenkosten zahlen mussten. Das sei ein Plus von zehn Prozent gegenüber dem Betriebskostenspiegel von 2004.
Fast die Hälfte der Betriebskosten – nämlich 1,04 Euro pro Quadratmeter - entfällt laut Hemming auf die Heizung und das Warmwasser. Als weiteren Preistreiber nannte der Mieter-Lobbyist die Müllabfuhr. Sie stieg seit 2004 um rund ein Drittel auf 20 Cent je Quadratmeter. Dagegen gingen die Kosten für Versicherungen, Hausmeister und Schornsteinfeger zurück.
Für das vergangene und das laufende Jahr befürchtet Wolfgang Hessenauer, Vorsitzender des Mieterbunds, weitere Erhöhungen angesichts des gestiegenen Ölpreises. Der Mieterbund in Hessen rief deshalb Vermieter auf, verstärkt in Energiesparmaßnahmen zu investieren.
Hessenauer riet den Mietern, die Nebenkostenabrechnung genau zu prüfen. Denn jede zweite sei falsch. Der Betriebskostenspiegel solle dabei den Mietern helfen, die Kosten zu vergleichen und Druck auf die Vermieter ausüben zu können.
Der Bund der Vermieter und Hauseigentümer hält vom Betriebskostenspiegel des Mieterbunds nichts. Die Nebenkosten seien nicht vergleichbar. Manche Mieter verbrauchen mehr, andere weniger. Auch Günther Belz, Vorsitzender von Haus + Grund, kritisierte den Betriebskostenspiegel als nicht aussagekräftig.
(Quelle: hr)
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