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Finanzkrise überwunden ja oder nein - es scheiden sich die Geister

Berlin, 11.05.2008 08:54 Uhr (redaktion)

- Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht die Probleme der globalen Finanzkrise längst nicht als gelöst an.

Zwar sei die unmittelbare Gefahr eines Zusammenbruchs der Finanzmärkte geringer geworden, sagte IWF-Vizedirektor John Lipsky der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagsausgabe) laut Vorab-Bericht. Es gebe jedoch viel zu tun, um eine Wiederholung zu verhindern, betonte Lipsky, der in dem Interview vor "Selbstzufriedenheit" warnte. Im vergangenen März hatte Lipsky die Regierungen aufgefordert, "das Undenkbare zu denken". Die Finanzkrise sei so schlimm, dass notfalls riesige Ausgabenprogramme notwendig seien, um die Weltwirtschaft zu stabilisieren. Wegen dieser Aussage wurde der IWF seither viel kritisiert; Politiker besonders aus Europa warfen Lipsky übertriebenen oder gar gefährlichen Pessimismus vor.

In der Rückschau sieht sich Lipsky bestätigt. „Ja wir haben das Undenkbare gedacht und deshalb sind wir jetzt wieder einen Schritt vom Abgrund weggetreten," sagte Lipsky. Zu den vorher undenkbaren Maßnahmen zählt er dabei die Rettung der Investmentbank Bear Stearns durch die amerikanische Notenbank Fed und die Liquiditätshilfen, die die Bank von England gewährt hat.

(ThomsonReuters)

 

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