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Bear Stearns gibt Zertifikate-Geschäft auf - ist das ein Trend?

Frankfurt/Main, 15.05.2008 14:55 Uhr (redaktion)

Wie die Financial Times Deutschland berichtet, stellt Bear Stearns ihr Zertifikategeschäft in Deutschland ein. Ca. 300 Hebelpapiere und Indexzertifikate werden gekündigt. Es könnten weitere folgen.

Die FTD zitiert Lars Brandau, Geschäftsführer des Deutschen Derivate Verbands: "Bear Stearns ist sicherlich ein Einzelfall, auf der anderen Seite aber auch ein Zeichen für eine beginnende Konsolidierung in der Branche. Die Zeiten sind schwierig für die Zertifikatebranche. Es könnte sein, dass weitere Anbieter in diesem Jahr in unruhiges Fahrwasser geraten."

Andere Marktbeobachter, die nicht zitiert werden wollten, rechnen explizit damit, dass weitere Emittenten ihr Geschäft aufgeben werden. "Von derzeit 40 Emittenten werden 10 bis 15 übrig bleiben", sagte eine Zertifikateexpertin. "Für kleine Anbieter rechnet sich das Geschäft nicht mehr."

Bear Stearns ist der erste Emittent, der sich vom jahrelang boomenden Zertifikatemarkt zurückzieht. Das Brokerhaus war im März in Schieflage geraten und wurde von JP Morgan gerettet. Die formale Übernahme durch die US-Investmentbank steht aber noch aus - darüber entscheiden die Anteilseigner auf der Hauptversammlung am 29. Mai. Die Zustimmung der Aktionäre gilt als sicher.

Bei den gekündigten Papieren raten Anwälte betroffenen Anlegern, die Zertifikatebedingungen zu überprüfen. "Daraus geht hervor, ob der Emittent das Zertifikat frei kündigen darf und wie der Rücknahmepreis ermittelt wird", sagt Klaus Nieding, Rechtsanwalt bei Nieding Barth.

Eine Veröffentlichung zum Thema seitens der Bear Stearns können sie hier downloaden.

(Quelle: FTD Hamburg)

 

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