Hannover, 17.05.2008 17:20 Uhr (redaktion)
Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) knüpft einem Medienbericht zufolge die Forschungs- und Investitionsförderung für die neue Airbus-Tochter German Aerostructures Company (GAC) an Bedingungen.
In einem Brief an Airbus-Chef Thomas Enders fordere Wulff, dass der neue Verbund der Airbus-Werke in Varel, Nordenham und Augsburg seinen Sitz in Hamburg nimmt und über rund 200 Mitarbeiter verfügen soll, berichtete die "Wirtschaftswoche" am Sonnabend. "Die Landesregierung und der ganze Norden können die neue Struktur der Gesellschaft nur dann akzeptieren und politisch unterstützen, wenn die Gewichte in der zivilen Luftfahrt zwischen dem Süden und Norden nicht verschoben werden", heißt es in dem Schreiben, das der "Wirtschaftswoche" eigenen Angaben zufolge vorliegt. Die Landesregierung werde die Aktivitäten im Zusammenhang mit Kohlefaser-Verbundstoffen (CFK) in Stade nur dann in der angekündigten Größe fördern können, "wenn unsere Forderungen erfüllt werden und auch die Standorte Nordenham und Varel nachhaltig gestärkt werden".
Die Airbus-Mutter EADS hatte beschlossen, die drei Airbus-Werke Varel, Nordenham und Augsburg nach dem gescheiterten Verkauf an das Bremer Unternehmen OHB in der selbstständigen Tochterfirma GAC zusammenzufassen. Ziel ist, die Werke später gemeinsam zu veräußern. Dem Bericht zufolge ist derzeit noch unklar, ob der Verbund seinen Firmensitz in Nord- oder Süddeutschland nehmen wird.
Wulff fordere, dass die bestehende Arbeitsteilung - "der Norden macht zivilen Flugzeugbau, der Süden militärischen Flugzeugbau" - nicht infrage gestellt werden dürfe. Er biete dem Airbus-Konzern erhebliche Unterstützung an, falls seine Forderungen erfüllt würden. Für die CFK-Forschung in Stade habe Niedersachsen von 2008 bis 2013 allein 120 Millionen Euro an Forschungsmitteln vorgesehen. In seinem Schreiben weise Wulff Enders zudem darauf hin, dass Investitionen in die Werke mit bis zu zwölf Prozent subventioniert werden könnten.
Für Nordenham schlägt Wulff dem Bericht zufolge vor, künftig in "großem Umfang und wettbewerbsfähig Rumpfschalen" zu produzieren. Alle drei Werke sollten zudem mit großen Anteilen am Bau des Großraumflugzeugs A350 beteiligt werden. Bei Airbus stießen die detaillierten Forderungen des Ministerpräsidenten laut "Wirtschaftswoche" auf Verwunderung.
(NDR)
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