Berlin, 18.05.2008 18:19 Uhr (redaktion)
"In der Zukunft könnte jegliche Regulierung von Staatsfonds unser Engagement in Ihrem Land einschränken", sagte der Chef der Kuwait Investment Authority (KIA) in einem am Wochenende veröffentlichten "Spiegel"-Interview.
Zwar werde derzeit noch gern in Deutschland investiert, aber man sei überrascht über die Angst der Deutschen vor Staatsfonds. Sein Fonds investiere sei 45 Jahren in der Bundesrepublik, sagte der Scheich. Es gebe beste, jahrzehntealte Beziehungen vor allem zu Banken. "Und in anderthalb Jahren hat es einen derartigen Rückschritt in den Beziehungen zu den Staatsfonds gegeben." Man fühle sich jetzt unwillkommen. Al-Sa'ad kündigte an, offen mit Bundesfinanzminister Peer Steinbrück über das Thema zu reden, falls dieser es anspreche. Der SPD-Politiker bricht am Montag zu einer Reise in die arabischen Öl-Staaten auf und soll dann auch den Staatsfonds-Manager treffen.
Politische Erwägungen spielten bei den KIA-Investitionen keine Rolle, sagte Al-Sa'ad. Auch die Furcht, Staatsfonds könnten zum Technologie-Transfer über den Kauf von Firmen genutzt werden, wies er zurück: In der Vergangenheit seien die Staatsfonds eigentlich immer zuverlässigere Partner gewesen als private Fonds. Ziel seines Fonds sei es, die kuwaitischen Etat-Überschüsse für künftige Generationen anzulegen.
KIA verwaltet nach dem Bericht ein Vermögen von rund 250 Milliarden Dollar und ist der fünfgrößte Staatsfonds der Welt. Er ist unter anderem seit 1970 an Daimler beteiligt.
Die Bundesregierung erwägt derzeit Maßnahmen zur Abwehr unerwünschter ausländischer Investoren. Ein wesentlicher Grund für die Debatte über den Schutz vor ausländischen Investoren ist die zunehmende Bedeutung von Staatsfonds, die über immer größere Milliardensummen für Unternehmensbeteiligungen verfügen.
(ThomsonReuters)
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