Berlin, 22.05.2008 11:06 Uhr (redaktion)
Bundespräsident Horst Köhler wird im kommenden Jahr für eine zweite Amtszeit kandidieren. Ein Jahr vor dem Wahltag am 23. Mai 2009 "sollte Klarheit herrschen", sagte Köhler in Berlin.
"Sie können sich darauf verlassen, dass ich mein Bestes gebe." Er äußerte sich zugleich zuversichtlich über seine Wahlchancen in der Bundesversammlung. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) setzt indes darauf, dass die Bewerbung von Köhler um eine zweite Amtszeit erfolgreich sein wird.
"Ich gehe davon aus, dass er wirklich breite Unterstützung bekommen wird", sagte Merkel bei einer Veranstaltung zum Deutschen Katholikentag in Osnabrück. Sie freue sich ausgesprochen, dass Köhler sich für die Wiederwahl bewerbe. Er habe sich die Herzen der Menschen erobert und stehe für ein offenes Deutschland. Zur Frage einer SPD-Gegenkandidatur sagte die CDU-Chefin: "Die Sozialdemokraten müssen sich jetzt entscheiden, und dem kann ich wirklich nicht vorgreifen."
Es sei noch offen, ob es wirklich mehrere Bewerber geben werde, sagte Köhler mit Blick auf eine mögliche Gegenkandidatur der SPD-Politikerin Gesine Schwan. Jede Partei müsse das entscheiden, was sie für richtig halte. "Ich gucke der Entwicklung mit Ruhe und Interesse entgegen", sagte das Staatsoberhaupt.
Über seine Bereitschaft, noch einmal zu kandidieren, hat Köhler nach eigenen Angaben bereits die Parteivorsitzenden informiert. Er habe in den vergangenen Jahren viel Unterstützung von den Bürgern erhalten. Deutschland sei vorangekommen. Der eingeschlagene Weg der Erneuerung solle weiter gegangen werden. "Ich möchte den Prozess von Bewahren und Wandel in Deutschland weiter begleiten und fördern", sagte Köhler.
Die Union zeigte sich erleichtert über Köhlers Ankündigung. Über die Entscheidung Köhlers freue er sich sehr, sagte Fraktionschef Volker Kauder (CDU). Köhler vertrete Deutschland mit großem Erfolg, sei in der Bevölkerung sehr beliebt und genieße international hohes Ansehen.
Die SPD will am Montag im Parteivorstand über ihr weiteres Vorgehen bei der Bundespräsidentenwahl entscheiden. Dies kündigte Parteichef Kurt Beck in Berlin unmittelbar nach der Stellungnahme von Köhler an. Zugleich erklärte Beck: "Die SPD nimmt die Entscheidung von Bundespräsident Horst Köhler zu kandidieren mit Respekt zur Kenntnis." (AFP)
(Foto: Guido Bergmann, BPA)
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