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Experten werfen der Regierung falsche Berechnungen bei Arbeitslosenzahlen vor

Berlin, 27.05.2008 10:35 Uhr (redaktion)

Tatsächlich seien mehr als fünf (5 ) Millionen auf Arbeitssuche. Zu diesem Schluss kommt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) das der Agentur für Abeit angeschlossen ist.

Es werde bei den Arbeitslosenzahlen "in der Tat an der Statistik-Schraube gedreht", sagte der Chef des an die Bundesagentur für Arbeit angegliederten IAB, Joachim Möller, der "Süddeutschen Zeitung" vom Dienstag. Als Beispiel nannte der Experte die sogenannte "stille Reserve" von 625.000 Menschen, die sich wegen schlechter Vermittlungschancen gar nicht erst bei den Arbeitsagenturen meldeten. Hinzu kämen etwa eine Million Menschen, die nicht als arbeitslos gezählt würden, weil sie beispielsweise als Ein-Euro-Jobber arbeiteten, in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen seien oder staatlich gefördert frühverrentet würden.

Zähle man alles zusammen, "kommt man in Deutschland auf gut fünf Millionen Menschen, die gerne arbeiten würden", erklärte Möller. Möller kritisierte, dass wechselnde Regierungen schon seit Jahrzehnten immer wieder an der Statistik gedreht hätten. Die große Koalition etwa habe es versäumt, die Frühverrentungs- Regelungen konsequent abzuschaffen.

Die neuen Arbeitsmarktdaten werden am Donnerstag veröffentlicht.

(ThomsonReuters)

 

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