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DeutschlandTREND Juni 2008 - die Volksparteien verlieren weiterhin

Berlin, 07.06.2008 18:05 Uhr (redaktion)

Die jüngsten koalitionsinternen Konflikte beeinträchtigen das Erscheinungsbild des Kabinetts in der Bevölkerung ernsthaft. Nach 34 Prozent im Mai vergeben aktuell nur noch 27 Prozent dem Berliner Kabinett gute Noten.

Der Eindruck, dass anstehende Themen im Berliner Kabinett derzeit nicht ernsthaft angegangen werden, beeinträchtigt auch das Sachvertrauen. Betroffen sind hiervon beide Koalitionspartner, allerdings leidet die SPD stärker: Nur 16 Prozent der Bundesbürger trauen derzeit den Sozialdemokraten zu, die wichtigsten Probleme des Landes zu lösen, von der Union erwarten dies immerhin 33 Prozent.

Sonntagsfrage: Volksparteien verlieren
Die Unzufriedenheit der Deutschen mit der großen Koalition und der sie tragenden Parteien schlägt sich erkennbar in der aktuellen politischen Stimmung nieder. Sowohl die Union als auch die SPD verlieren gegenüber dem Vormonat 3 Punkte. Bei einem aktuellen Urnengang würde die Union 34 Prozent der Stimmen erreichen. Die Sozialdemokraten kämen auf 24 Prozent, der niedrigste für die SPD im DeutschlandTREND gemessene Wert seit Juli 2004. Gemeinsam binden die beiden Volksparteien damit nur noch 58 Prozent der Wählerstimmen, so wenige wie nie zuvor.

Deutschlandumfrage Juni 2008
Deutschlandumfrage Juni 2008

Von der Schwäche der Großen profitieren die kleinen Parteien, sie legen ausnahmslos zu. Drittstärkste Partei wäre aktuell die Linke, die mit 14 Prozent ihren bislang besten Wert erzielt (+2 Prozent). Dahinter läge die FDP. Sie legt 3 Punkte zu. Mit 13 Prozent liegt sie so gut wie seit September 2006 nicht mehr. Ebenfalls Zugewinne könnten die Grünen verbuchen (+2), die auf 12 Prozent kämen, ihr bester Wert seit November 2004. Alle anderen Parteien würden zusammengenommen 3 Prozent der Stimmen (-1) erzielen.

Kanzlerpräferenz: Merkel unangefochten vor Beck und Steinmeier
Vor dem Hintergrund der auffallenden Profilschwäche der SPD und ihres unklaren Verhältnisses zur Linkspartei tun sich die Bundesbürger unverändert schwer, in der Kanzlerfrage auf einen Sozialdemokraten zu setzen. Auch Frank-Walter Steinmeier als derzeit populärster Parteipolitiker hat weiterhin in der Kanzlerpräferenz der Bundesbürger gegenüber Angela Merkel das Nachsehen: Nach 26 Prozent im Mai wünschen sich aktuell 30 Prozent der Wahlberechtigten ihn, 56 Prozent die CDU-Vorsitzende ins Kanzleramt. Von einem SPD-Herausforderer Kurt Beck sind die Bundesbürger nach wie vor vergleichsweise weniger angetan. In dieser Konstellation wünschen sich nur 12 Prozent den personellen Wechsel an der Spitze des Kanzleramts, während 71 Prozent für den Verbleib Merkels plädieren.

Kanzlerfrage Juni 2008
Kanzlerfrage Juni 2008

Sowohl in der Gesamtbevölkerung als auch in den eigenen Reihen ist Vizekanzler Steinmeier unverändert der vergleichsweise zugkräftigere Kandidat. Zwar überzeugt auch Steinmeier mit seiner Person nicht die Mehrheit der SPD-Anhänger. In einem Duell Steinmeier gegen Merkel würden sich mit 48 Prozent aber immerhin doppelt so viele SPD-Anhänger für den eigenen Spitzenmann entscheiden wie in der Konstellation Beck gegen Merkel (25 Prozent).

(Quelle: Infratest dimap)

 

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