Klagenfurt/Austria, 08.06.2008 12:40 Uhr (redaktion)
Vor dem heutigen EM-Auftaktspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Polen ist es im Austragungsort Klagenfurt zu ersten Ausschreitungen gekommen.
In der Fan-Meile gerieten deutschen und polnische Anhänger am Abend aneinander. Sieben deutsche Fans wurden festgenommen. Ein deutscher Polizist sprach von "kleineren Scharmützeln", die Auseinandersetzungen seien "nichts Schlimmeres" gewesen. Zu Ausschreitungen kam es in der Nacht auch in Frankfurt am Main. In der Gruppe B trifft vor der Begegnung in Klagenfurt Gastgeber Österreich in Wien auf Kroatien.
Deutsche Fans waren in Klagenfurt im Verlauf des Abends durch rassistische und anti-polnische Gesänge negativ aufgefallen. Die folgenden Auseinandersetzungen waren auch von einigen der etwa 300 deutschen Einsatzkräfte vor Ort unterbunden worden. In Frankfurt gab es laut Polizei Krawalle nach dem Spiel Türkei gegen Portugal. Offenbar aus Enttäuschung über die Niederlage der türkischen Mannschaft hätten einige von deren Anhängern in einer Public-Viewing-Einrichtung Polizisten mit Steinen und Flaschen beworfen. Die Beamten setzten Schlagstöcke ein. An den Ausschreitungen waren demnach etwa 200 Menschen beteiligt.
Etwa 25.000 deutsche und 20.000 polnische Fans werden zu dem Spiel in Klagenfurt erwartet. 2300 Polizisten, darunter auch polnische, sollen für Sicherheit sorgen. In den vergangenen Tagen hatten deutsche und polnische Boulevardmedien Stimmung gegen das jeweils andere Land gemacht. Auslöser war eine Fotomontage mit den abgeschlagenen Köpfen von Bundestrainer Joachim Löw und Kapitän Michael Ballack in dem polnischen Blatt "Super Express".
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) erwartet bis zu 30.000 deutschen Anhänger ohne Tickets. Diese Zahl nannte der DFB-Sicherheitsbeauftragte Helmut Spahn dem Sport-Informations-Dienst. Wie viele Fans aus Polen ohne eine gültige Eintrittskarte in die Hauptstadt von Kärnten einreisen werden, könne man noch nicht sagen, erklärte Spahn.
"Wir sind bestens auf alle Eventualitäten vorbereitet und gehen nach unseren Erkenntnissen davon aus, dass es ruhig bleibt und es keine Probleme gibt", sagte Spahn. Nach dem Vorrundenspiel zwischen beiden Teams bei der WM 2006 in Deutschland hatte es in Dortmund die schwersten Ausschreitungen während der Endrunde gegeben. Über 400 Personen waren nach schweren Krawallen in der Innenstadt in Gewahrsam genommen worden. /AFP
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