Düsseldorf, 19.06.2008 17:09 Uhr (Marc Pawlak)
Mit dem Anpfiff zur Fußball-EM vor gut einer Woche hat der große Sportsommer 2008 begonnen. Im August folgt die Olympiade in Peking. Die Sportartikelhersteller rücken daher verstärkt ins Interesse der Börsianer. Besonders Adidas ist für Zertifikate-Anleger derzeit einen Blick wert.
Aber nicht nur das Logo, auch die Zahlen des Sportartikelherstellers sind ein Blickfang: Im ersten Quartal des laufenden Jahres steigerte der Konzern mit den drei Streifen seinen Umsatz um 3,3 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Bereinigt um Währungseffekte steht sogar ein Plus von zehn Prozent im Buch. Das Nettoergebnis wurde überproportional gesteigert, um 32 Prozent auf 169 Millionen Euro. Lediglich die Neuausrichtung der Konzern-Marke Reebok drückt noch auf das Ergebnis. Hier sanken die Juni 2008 Deutschland Monitor Der Zertifikate-Newsletter für Journalisten Fußball-EM und Olympische Spiele Adidas, ein Sommermärchen Mit dem Anpfiff zur Fußball-EM vor gut einer Woche hat der große Sportsommer 2008 begonnen. Im August folgt die Olympiade in Peking. Die Sportartikelhersteller rücken daher verstärkt ins Interesse der Börsianer. Besonders Adidas ist für Zertifikate-Anleger derzeit einen Blick wert. Umsätze währungsbereinigt um 6 Prozent. Die mittelfristigen Prognosen stehen jedoch dank der laufenden Neupositionierung günstig.
Besser schneidet die Kernmarke Adidas ab, die ihren Umsatz währungsbereinigt um 14 Prozent steigerte. Im Augenblick noch klein, aber mit viel Potenzial für die Zukunft ausgestattet ist die Sparte TaylorMade-adidas Golf. Zwar liegt der Umsatz hier erst bei 191 Millionen Euro, wuchs aber allein im ersten Quartal währungsbereinigt um satte 17 Prozent. Der Finanzmarkt jedenfalls ist überzeugt von der Leistung, die Adidas zeigt. So hat die Aktie den wichtigsten Wettbewerber Puma klar abgehängt.
Ob nun Adidas, Puma und Co. die Begeisterung aus den Großveranstaltungen des Sports in Umsatzsteigerungen ummünzen können, hängt indes auch von der Kauflaune der Bevölkerung ab. In Deutschland zeigt sich hier ein differenziertes Bild. Einerseits sank der GfK-Konsumklimaindex im Juni von 5,6 auf 4,9 Punkte. Gründe für die eingetrübte Kaufstimmung der Deutschen sehen Experten vor allem in den hohen Preisen für Benzin und Lebensmittel. Die Konsumenten befürchten weiter steigende Preise und stellen größere Anschaffungen zunächst zurück.
Wirklich schlecht steht es aber um die Kaufkraftentwicklung der Bundesbürger dennoch nicht. Denn die Verbraucherpreise werden aufgrund eines fixen Korbes von Waren und Dienstleistungen bestimmt. Tatsächlich reagieren die Menschen aber flexibel und lassen beispielsweise angesichts steigender Benzinpreise das Auto öfter stehen. „Die faktisch spürbare Preissteigerung trifft den Verbraucher zwar hart, fällt aber moderater aus als auf den ersten Blick sichtbar“, sagt Marc Pawlak, Zertifikate-Experte der WestLB.
Außerdem gestaltet sich die Konjunktur robust. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im ersten Quartal um 1,5 Prozent zu. Und auch die Aussichten sind derzeit noch gut: So stieg der Ifo-Geschäftsklimaindex im Mai um 1,1 Punkte auf 103,5 Punkte. „Speziell der Anstieg der Erwartungskomponente des Index ist ein positiver Akzent“, sagt Pawlak.
In Deutschland könnte es also für Adidas gut laufen. Es gibt aber noch weitere lukrative Märkte. Global aufgestellte Sportartikler schauen immer mehr auf die großen Wachstumsregionen, etwa in Asien und Osteuropa.
Expansion in Russland treibt Umsatzwachstum bei Adidas
Bei Adidas sorgen die Schwellenländer schon heute für ein Viertel des Umsatzes. Bis 2010 sollen es nach Einschätzung des Managements mindestens 30 Prozent sein. Als einer der wichtigsten Märkte gilt dabei Russland. Adidas-Chef Herbert Hainer ist überzeugt, dass Russland bis 2010 zum wichtigsten osteuropäischen Markt werden kann. Die Zahlen sprechen bereits jetzt dafür: Um beachtliche 50 Prozent wuchs der Umsatz dort im ersten Quartal 2008.
Schon heute ist Adidas in Russland klarer Marktführer. Für 2009 wird auf dem russischen Markt ein Umsatz von rund einer Milliarde Euro erwartet. Pawlak: „Wir sehen Adidas auch über Russland hinaus sehr gut aufgestellt.“ Das macht das Unternehmen zu einem attraktiven Basiswert. Allerdings sind laut Pawlak viele Anleger, die eigentlich in Adidas investieren wollen, wegen der vorübergehenden Konsumflaute noch skeptisch. Deshalb der Tipp des Zertifikate-Experten: „Wir empfehlen Capped-Bonus- Zertifikate mit niedriger Schwelle und einem moderatem Bonuslevel.“
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