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Update: Steht Verkauf der Dresdner Bank kurz bevor?

Frankfurt/Main, 17.07.2008 11:20 Uhr (redaktion)

Der Aufsichtsrat sei kurzfristig zu einer außerordentlichen Sitzung einberufen worden, berichtete die "Börsen-Zeitung" (Donnerstagausgabe) ohne Angabe von Quellen. Aktuell: Eine Entscheidung im Übernahmepoker um die Dresdner Bank ist vor der Ferienzeit nicht mehr zu erwarten.

Die Dresdner-Mutter Allianz führe nach wie vor Gespräche mit mehreren Geldhäusern, darunter unter anderem die Commerzbank und die spanische Großbank Santander, erfuhr Reuters am Donnerstag von mehreren mit den Verhandlungen vertrauten Personen. Viele Detail- und Bewertungsfragen seien noch nicht abschließend geklärt. "Das aktuelle Marktumfeld macht die Gespräche nicht einfacher. Die Lage ist sehr komplex", sagte ein Eingeweihter.

Neue Spekulationen über einen kurz bevorstehenden Verkauf der Dresdner Bank trieben am Donnerstag an der Börse die Aktien der Allianz und der Commerzbank nach oben. Mit einem Plus von je gut fünf Prozent führten sie die Gewinnerliste im Dax an. Die "Börsen-Zeitung" hatte berichtet, die Allianz wolle am Freitag einen Beschluss fassen, der den weitgehenden Ausstieg aus der Dresdner Bank vorsehe. Zudem sei eine Fusion mit der Commerzbank das wahrscheinlichste Szenario. Laut der Zeitung ist dazu bei der Dresdner Bank kurzfristig eine Aufsichtsratssitzung einberufen worden.

Eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte Reuters aber, die Sitzung sei zwar außerordentlich, stehe jedoch schon seit mehreren Wochen fest. Sie sei angesetzt worden, um das Kontrollgremium über die geplante Abspaltung des Privat- und Firmenkundengeschäfts vom Investmentbanking zu informieren. Am Freitag vergangener Woche hatte sich der Vorstand der Dresdner mit dem Betriebsrat über einen Interessensausgleich im Zuge der Abspaltung geeinigt.

Die Allianz hatte die Dresdner Bank vor sieben Jahren für 24 Milliarden Euro übernommen. Analysten schätzen den heutigen Wert der Bank auf knapp über zehn Milliarden Euro.

(Thomson Reuters)

 

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