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EU Forderungen an die WestLB zeigen Wirkung

Brüssel/Düsseldorf, 10.08.2008 09:37 Uhr (redaktion)

Die durch die Finanzkrise in Not geratene WestLB will unter dem Druck der EU-Kommission ihre Bilanzsumme drastisch senken.

Dazu plant sie eine Abwicklungseinheit für riskante Wertpapiere mit mehr als 20 Milliarden Euro Volumen, wie Vorstandschef Heinz Hilgert der Zeitung "Welt am Sonntag" laut Vorabmeldung vom Samstag sagte. Der EU hat über eine Milliardenbürgschaft der öffentlichen Eigentümer der Bank zu entscheiden. Es wird erwartet, dass sie im Gegenzug für eine Genehmigung der Beihilfe einen Umbau der Bank und eine neue Eigentümerstruktur fordert.

"Wir haben Wertpapiere und andere Aktiva in einem zweistelligen Milliardenvolumen eher opportunistisch und damit ohne direkten Kundenbezug zusammengekauft - von Hedgefonds auf Jersey bis zu Private-Equity-Beteiligungen in Kanada. Diese Werte werden wir in eine eigene Einheit ausgliedern und verkaufen", sagte Hilgert der Zeitung. "Die werden wir aber nicht sofort, sondern innerhalb von drei bis fünf Jahren systematisch abarbeiten." Damit werde keine wesentliche Ertragsbelastung verbunden sein. Außerdem will Hilgert das Geschäft mit Projektfinanzierungen und strukturierten Finanzierungen deutlich ausdünnen.

Hilgert räumte ein, dass ihn die Forderungen der EU überrascht hätten: "In der Form, die sich abzeichnet, haben die Eigentümer und die Bank die Auflagen nicht erwartet." Es wird erwartet, dass die Kommission auf eine Verkleinerung der Bank mit massivem Personalabbau sowie einen Verkauf oder eine Fusion dringt. Die "Börsen-Zeitung" berichtete am Samstag, die Kommission wolle auch erreichen, dass die WestLB selbst Träger von Sparkassen werden dürfe.

(Thomson Reuters)

 

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