Frankfurt a. Main/München, 26.08.2008 15:40 Uhr (redaktion)
Offene Immobilienfonds steigern in Portfolios privater und institutioneller Investoren die Rendite, reduzieren das Risiko und verbessern damit das Chance-Risikoverhältnis der Vermögensanlage. Das sagt eine BVI-Ausarbeitung aus.
Auch in Zeiten von Aktienmarktkrisen kann diese Anlageklasse nahezu durchgängig mit positiven Renditen überzeugen und gerade dann ihre Stärken entfalten. Zu diesem Schluss kommt eine wissenschaftliche Untersuchung, die der BVI Bundesverband Investment und Asset Management heute in Frankfurt vorstellte.
Bärbel Schomberg, Mitglied im Vorstand des BVI: „Dies ist die erste Studie, die die Entwicklung Offener Immobilienfonds über einen langen Zeitraum untersucht. Das Ergebnis ist: Offene Immobilienfonds sind für eine erfolgreiche Asset Allocation unverzichtbar.“
Erarbeitet wurde die Studie von einem renommierten Forscherteam um Professor Dr. Lutz Johanning, Inhaber des Lehrstuhls für Empirische Kapitalmarktforschung an der WHU Otto Beisheim School of Management, und Professor Dr. Bernd Rudolph, Vorstand des Instituts für Kapitalmarktforschung und Finanzierung an der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Ziel der Studie war es, im Rahmen einer Portfolio- Optimierung die unter Rendite-Risiko-Gesichtspunkten bestmöglichen Anteile Offener Immobilienfonds in privaten und institutionellen Portfolios zu bestimmen. Hierfür konstruierten die Wissenschaftler zunächst einen repräsentativen Index für Offene Immobilienfonds. Im Zusammenspiel mit anderen Anlageklassen zeigte sich, dass Offene Immobilienfonds ein sehr hohes Potenzial besitzen, um die Risiken von Portfolien zu senken. Das liegt vor allem daran, weil sie mit anderen Anlageklassen nahezu unkorreliert sind, d.h. nicht gleichförmig laufen.
Professor Johanning: „Unsere Untersuchung liefert Evidenz, dass schon bei einer Beimischung von fünf Prozent Offener Immobilienfonds die Gesamtrendite eines Portfolios über der eines Vergleichsportfolios ohne Offene Immobilienfonds liegt.“ Die stetige Entwicklung der Offenen Immobilienfonds wird besonders deutlich bei einem Vergleich mit dem europäischen Aktienmarkt.
Während mehrerer Einbrüche an den Aktienmärkten – wie beispielsweise während des ersten Golfkriegs, der Asienkrise und der aktuellen Subprime-Krise – blieben die Offenen Immobilienfonds hiervon unberührt und erzielten sogar eine positive Rendite. Im Vergleich dazu haben Anleger während der Schwächephasen des europäischen Aktienmarktes oft starke Rückschläge um 20 Prozent und mehr hinzunehmen. „Dies unterstreicht das Potenzial von Offenen Immobilienfonds, gerade in Krisenzeiten das Portfoliorisiko zu reduzieren“, erläuterte Professor Johanning. „Die positiven Effekte auf das Rendite- und Risikoprofil von Portfolios sind selbst bei geringen Beimischungen von Offenen Immobilienfonds zu beobachten – und zwar unabhängig von der Länge der Halteperiode“, so Johanning weiter.
Ausgehend von der Portfoliooptimierung nach Markowitz wurden die Portfolien unterschiedlicher Anlegergruppen untersucht – vom wenig risikobereiten Privatanleger, über den etwas risikoorientierten Anleger bis hin zum institutionellen Investor. Durch die Beimischung von Offenen Immobilienfonds kann der wenig risikobereite Privatanleger bei gleicher Rendite beispielsweise das Risiko seines Portfolios, das ohnehin bereits defensiv aufgestellt ist, um 21 Prozent senken. Im Vergleich dazu kann der risikofreudigere Investor sein Risiko durch die Investition in Offene Immobilienfonds sogar um bis zu 32 Prozent reduzieren. „Offene Immobilienfonds können nicht nur in den defensiven, sondern auch in den eher wachstumsorientierten Portfolios eine wichtige Rolle spielen“, so Professor Rudolph zusammenfassend.
Das betreute Gesamtvermögen der Offenen Immobilienfonds in Deutschland ist inzwischen auf mehr als 87,2 Mrd. Euro in Publikumsfonds und rund 21,7 Mrd. Euro in Spezialfonds angewachsen (Stichtag Ende Juni 2008). Allein im ersten Halbjahr 2008 konnten Publikumsfonds Nettomittelzuflüsse in Höhe von 4,1 Mrd. Euro und Spezialfonds von 0,3 Mrd. Euro verzeichnen.
(Quelle: BVI,Frankfurt/Main)
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