Bonn, 26.08.2008 16:56 Uhr (redaktion)
Online-Banking ist heute so selbstverständlich wie der Einkauf im Internet, das Herunterladen von Musik oder der Informationsaustausch durch E-Mails. Wer hätte aber gedacht, dass die Geburtsstunde des heutigen Online-Bankings schon 25 Jahre zurückliegt? Kommen sie mit zur Zeitreise...
Der Fernsehbildschirm bringt die Bank ins Wohnzimmer
Damit konnten die Kunden bequem von zu Hause Überweisungsaufträge erteilen, Kontostände abrufen und Daueraufträge erledigen, für damalige Verhältnisse revolutionär. Denn bis zu diesem Zeitpunkt war es notwendig, einen Überweisungsbeleg auszufüllen oder persönlich eine Bankfiliale aufzusuchen.
Um die Kunden vor unbefugten Dritten zu schützen, wurde seinerzeit von allen Banken und Sparkassen das PIN/TAN-Verfahren ins Leben gerufen, das - mittlerweile weiterentwickelt - noch heute die Grundlage für flexibles und sicheres Online-Banking in Deutschland darstellt. Mit Kontonummer und persönlicher Identifikationsnummer (Online-PIN) erhält der Kunde Zugang zu seinem Konto. Statt mit der früher nötigen Unterschrift auf dem Papierbeleg muss jeder Online-Auftrag mit einer nur einmal gültigen Transaktionsnummer (TAN) freigegeben werden.
Die Öffentlichkeit nahm die Btx-Technologie jedoch aufgrund der Kosten, der komplizierten Technik und der eingeschränkten Darstellung nur sehr zurückhaltend auf. In elf Jahren stieg zum Beispiel die Zahl der Kunden, die das Btx-Angebot der Postbank nutzten, auf lediglich 300.000. Dennoch war und ist die Postbank immer vom Online-Banking überzeugt gewesen und hat das Angebot konsequent ausgebaut.
Der Durchbruch kam mit dem Internet
Das Angebot im Online-Banking umfasst heute längst nicht mehr nur Kontostandsabfrage und Überweisungen. Seit der Einführung des Postbank Online-Brokerages zur Jahrtausendwende können Kunden Aktien, Anleihen und Investmentfonds kaufen beziehungsweise verkaufen oder Neuemissionen zeichnen. SMS-Signale bei Gehaltseingang oder bei gewählten Schwellenwerten im Depot runden den Service ab.
Sicherheit hat Priorität
Der Schlüssel zum Erfolg war neben der Benutzerfreundlichkeit der sichere Zugang zum Internet. Die stark fortschreitende Entwicklung des Internets rief 2004 erstmals Cyberkriminelle auf die Bildfläche, die es in Deutschland auf die geheimen Zugangsdaten zum Online-Banking abgesehen hatten. Das englische Kunstwort "Phishing" (von Passwort fischen) war in aller Munde und die Banken mussten sich mit der neuen Betrugsmasche auseinandersetzen.
Die Postbank reagierte sofort auf diese Bedrohung aus dem Netz, schnürte ein umfangreiches Sicherheitspaket und startete erste Gegenmaßnahmen. Mit der kostenlosen mTAN, der Einführung des kundenindviduellen Auftragslimits, der digitalen Signierung der Postbank E-Mails konnten die Phishingmails eingedämmt werden. Dazu beigetragen haben auch die Informationsoffensive mit Newsletter, einer Guided Tour zur Sicherheit im Online-Banking auf der Homepage und eine kostenlose Hotline.
Auch den neuen Bedrohungen durch Trojaner begegnet die Postbank offensiv. So bestätigt der TÜV Rheinland, dass die mobile TAN sicher ist, da sie via SMS über einen separaten Kanal zum Kunden kommt und nach kurzer Zeit bereits verfällt. Zudem ist sie nur für die angeforderte Überweisung gültig. Da in der SMS auch die Empfängerkontonummer und der Betrag wiederholt werden, erkennt der Kunde eventuelle Manipulationen sofort und kann abbrechen.
Aber auch in Zukunft müssen Kunde und Bank gemeinsame Sache gegen die Betrüger machen. Dazu gehört die Absicherung des eigenen PCs mit Virenscanner, Firewall und Update des Betriebssystems. Mails mit unbekannter Herkunft sollte man nicht öffnen, Software nur aus vertrauenswürdigen Quellen herunterladen und installieren.
Zukunft
Mittlerweile planen Yahoo und Intel, die Webdienste auch auf den heimischen Fernseher zu bringen. Damit schließt sich der Kreis der technischen Entwicklung beim Online-Banking, denn genau dies war der Ausgangspunkt des Homebankings im Jahr 1983.
Ob SMS-Nachrichten zu Kontobewegungen, Statusmeldungen über Produktanträge oder Terminvereinbarungen zur persönlichen Beratung: Das ursprünglich eher transaktionsorientierte Online-Banking wird mehr und mehr zu einem Cockpit zur einfachen Verwaltung der gesamten Bankbeziehung - und leistet damit einen immer wichtigeren Beitrag zur Kundenbindung. "Das Online-Banking ist heute aus der Kunde-Bank-Beziehung nicht mehr wegzudenken", so Dr. Michael Meyer, Vorstand Produktmarketing bei der Postbank. "65 Prozent unserer Stammkunden nutzen bereits unser Online-Banking. Dies belegt, wie wichtig dieser Kommunikationsweg für die Kunden im Alltag heute ist. Er ist Teil unserer Multikanalstrategie, bei der der Kunde immer frei wählen kann zwischen Internet, Filiale und mobilem Vertrieb."
(Quelle: Postbank;Bonn)
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