Frankfurt/Main, 28.08.2008 14:01 Uhr (redaktion)
Der im April 2006 eingeführte KfW-Studienkredit findet breite Akzeptanz. Von April 2006 bis Juli 2008 sind über 43.000 KfW-Studienkredite an Studierende zugesagt worden, die damit ihre Lebenshaltungskosten während des Studiums ganz oder teilweise finanzieren.
Im Durchschnitt lassen sich die Studierenden monatlich 477 EUR auszahlen. Dies ist die erste Zwischenbilanz nach 2 Jahren KfW-Studienkredit, die die KfW Förderbank in ihrem neuesten Wirtschaftsobserver Online zum Thema Studienkredite in Deutschland zieht.
Der Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, Dr. Norbert Irsch, zieht ein positives Zwischenfazit nach zwei Jahren Studienkredit: "Mit dem KfW-Studienkredit gibt es keinen Grund mehr, ein Studium allein aus finanziellen Gründen nicht aufzunehmen. Die Studierenden können sich stärker auf ihr Studium konzentrieren und dadurch schneller studieren. In dem der KfW-Studienkredit zu höheren Absolventenzahlen beiträgt, entfaltet er auch volkswirtschaftlich positive Wirkungen, denn ein Studium verbessert die Qualifikation und führt zu einer Erhöhung der individuellen und gesamtwirtschaftlichen Arbeitsproduktivität und zu höherem Wachstum."
Mit ihren zinsgünstigen Kreditangeboten zur Finanzierung des Studiums begegnet die KfW Förderbank einem wachsenden gesellschaftlichen Handlungsbedarf in Deutschland. Während die Bedeutung hoher Bildungsabschlüsse steigt, sinkt die Bildungsbeteiligung von Kindern aus bildungsfernen und sozial schwächeren Schichten. Im europäischen Vergleich ist die Studienanfängerquote in Deutschland mit 35% relativ niedrig. Ein wichtiger Grund hierfür sind die finanziellen Hürden des Studiums. Diese betreffen zunehmend auch Angehörige der mittleren sozialen Schichten, deren Einkommenssituation nicht den Bezug von BAföG erlaubt, zugleich aber nicht ausreicht, um ein Studium problemlos zu finanzieren. Der KfW-Studienkredit schließt hier eine Lücke und stellt ein praktikables und flexibles Angebot zur Verfügung.
Im Mittel verfügen Studierende in Deutschland über ein Monatseinkommen von 725 EUR. Nach einer Analyse des Deutschen Studentenwerks liegt jeder 5. Studierende mit seinen Einnahmen unter dem monatlichen BAföG Höchstsatz von 585 EUR, jeder 3. unter dem Unterhaltsrichtwert der Familiengerichte von 640 EUR. Mehr als die Hälfte der Einnahmen kommt von den Eltern, ein Viertel wird durch studienbegleitende Nebenjobs erworben.
» Zur Startseite von Finanzen Markt & Meinungen