Hannover, 31.08.2008 11:52 Uhr (redaktion)
Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Christian Wulff hat für den Fall einer Zusammenarbeit zwischen SPD und Linkspartei in Hessen die große Koalition im Bund in Frage gestellt.
"Wenn sich Frau (Andrea) Ypsilanti mit den Stimmen der Kommunisten zur Ministerpräsidentin wählen lässt, ist der Richtungswahlkampf eröffnet", sagte Wulff der "Bild am Sonntag". Kein Mensch glaube der SPD dann noch, dass sie nicht auch im Bund mit der Linkspartei zusammenarbeiten würde. "Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit in der großen Koalition kann ich mir so nicht vorstellen."
Die SPD sei "häufig kein verlässlicher Partner mehr", kritisierte der niedersächsische Ministerpräsident weiter. "Beck schwankt wie das Fähnchen im Wind, Steinmeier ist abgetaucht. In der SPD gibt es ein Machtvakuum, das niemand zu füllen vermag." Wulff appellierte deshalb "dringend" an die Sozialdemokraten, "endlich durchzugreifen und dem Treiben von Frau Ypsilanti ein Ende zu machen".
Mit "Ego-Trip und Machtversessenheit" müsse irgendwann Schluss sein, sagte Wulff. "Die Sozialdemokraten müssen sich jetzt entscheiden. Entweder sie wollen mit den Kommunisten an die Macht. Oder sie bekämpfen die Linke. Mal so, mal so - das geht nicht." Die hessische Linkspartei hatte sich am Samstag offiziell bereit erklärt, eine mögliche rot-grüne Minderheitsregierung zu tolerieren. (AFP)
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