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Bankenfusion von Commerzbank und Dresdner Bank - Hintergründe und Details

Frankfurt/Main, 01.09.2008 09:27 Uhr (redaktion)

Die neue Bank möchte die führende im Privat- und Firmenkundengeschäft in Deutschland werden.Commerzbank zahlt rund 8,8 Mrd. Euro, rund 5 Mrd. Euro Synergien erwartet. Die Übernahme der Dresdner Bank wird von Commerzbank Corporates & Markets, Credit Suisse, JP Morgan, KPMG und Mediobanca beraten.

Die neue Commerzbank wird sich auf die Segmente Privat- und Geschäftskunden, Mittelstandsbank, Mittel- und Osteuropa, Corporates & Markets (einschließlich Public Finance) sowie Commercial Real Estate konzentrieren.

Im Segment Privat- und Geschäftskunden ist die neue Commerzbank mit mehr als 11 Millionen Privatkunden das führende Institut in Deutschland. Weltweit werden knapp 14 Millionen Privatkunden betreut. Die Zahl der Filialen liegt addiert bei rund 1.540. Im Jahr 2012 soll sie rund 1.200 betragen. Damit hat die Commerzbank künftig das mit Abstand dichteste Filialnetz aller Banken.

Im Firmenkundengeschäft wird die führende deutsche Mittelstandsbank ihre Position ebenfalls zusätzlich stärken. Insgesamt werden nach der Übernahme rund 100.000 Firmenkunden betreut. Die Bank wird Unternehmen und Unternehmern weiterhin als langfristig orientierter, auf die Bedürfnisse des deutschen Marktes fokussierter Partner zur Seite stehen. Auch das Firmenkundengeschäft soll auf Basis des kundenorientierten und profitablen Vertriebsmodells der Commerzbank vereint werden.

Die Bedeutung des Segments Commercial Real Estate für das Geschäftsvolumen wird nach der Übernahme der Dresdner Bank zurückgehen. Hier wird sich die Bank nach wie vor insbesondere auf die Erhöhung der Profitabilität und die Risikoreduzierung konzentrieren.

Keine betriebsbedingten Kündigungen bis Jahresende 2011
Zusammen haben die Commerzbank und die Dresdner Bank knapp 67.000 Mitarbeiter. Mit der ab der zweiten Jahreshälfte 2009 erfolgenden Zusammenführung kommt es zu einem Abbau von insgesamt rund 9.000 Vollzeitstellen, davon 2.500 im Ausland. Rund 70 % davon entfällt auf Abwicklungs-, Steuerungs- und Produktionseinheiten sowie das Investmentbanking. Alle Instrumente des sozialverträglichen Abbaus sollen genutzt werden.

Übernahme erfolgt in zwei Schritten
Im ersten Schritt der Transaktion erwirbt die Commerzbank voraussichtlich bis spätestens Anfang 2009 mindestens 60,2 % der Dresdner Bank-Anteile. Die Allianz erhält dafür rund 163,5 Millionen neue Commerzbank-Aktien und beteiligt sich so mit rund 18,4 % an der Commerzbank. Wird der volumengewichtete Einmonats-XETRA-Durchschnittskurs (20,80 Euro je Aktie) zugrunde gelegt, haben diese Aktien einen Wert von rund 3,4 Milliarden Euro. Die Commerzbank zahlt darüber hinaus rund 1,6 Milliarden Euro in bar. Zusätzlich verkauft die Commerzbank wesentliche Teile der Asset Management-Aktivitäten (cominvest) für 700 Millionen Euro an die Allianz. Die Commerzbank erhält dafür Dresdner Bank-Aktien.

Im zweiten Schritt wird die Dresdner Bank auf die Commerzbank verschmolzen, die dadurch die restlichen, bei der Allianz verbliebenen rund 39,8 % der Dresdner Bank-Anteile übernimmt. Im Gegenzug erhält die Allianz aus der im Zuge der Verschmelzung zu beschließenden Kapitalerhöhung Commerzbank-Aktien. Hierzu ist eine außerordentliche Hauptversammlung vorgesehen, die Anfang 2009 stattfinden soll. Die Verschmelzung wird voraussichtlich bis Ende 2009 vollzogen sein. Die endgültige Höhe der Beteiligung der Allianz hängt vom Austauschverhältnis bei der Verschmelzung ab. Aus heutiger Sicht wird die Wertrelation zwischen der Commerzbank und der Dresdner Bank in einer Spanne von 66:34 bis 61:39 liegen. Nach Vollzug der Gesamttransaktion wird mittelfristig eine Kapitalquote (Tier 1) von 7 % bis 8 % angestrebt. Die mittelfristige Eigenkapitalrendite nach Steuern soll bei mindestens 15 % liegen.

Die Commerzbank wird künftig über eine exklusive Vertriebskooperation Versicherungsprodukte der Allianz anbieten. Die Allianz erhält damit Zugang zu den rund 11 Millionen Kunden der führenden Privatkundenbank in Deutschland. Die bisherige Zusammenarbeit der Commerzbank im Versicherungsbereich mit der Generali läuft im Jahr 2010 aus. Im Asset Management wird die Allianz Global Investors präferierter Partner der Commerzbank, die wesentliche Teile ihrer Asset Management-Aktivitäten an die Allianz verkaufen wird.

Die Chronologie der Fusion lesen sie hier

 

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