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Verlust aus Lebensversicherung absetzen

Tägerwilen/CH, 01.09.2008 16:30 Uhr (redaktion)

Sie ist das mit Abstand beliebteste Altersruhekissen der Deutschen - die Lebensversicherung. Rund 60 Prozent der Bundesbürger verfügen über eine oder mehrere Policen. Was als Absicherung fürs Alter gedacht ist, wird aber auch immer öfter vorzeitig aufgegeben.

Nahezu jede zweite Lebensversicherung erlebt ihr Vertragsende nicht. Angesichts von durchschnittlich 27 Jahren Laufzeit kein Wunder - wer kann schon einen so langen Zeitraum vorausplanen?

Dennoch sollte dieser Schritt gut überlegt sein, denn die Aufgabe der Lebensversicherung ist immer mit finanziellen Nachteilen verbunden. Aber was tun, wenn dringend Geld benötigt wird oder die monatlichen Beiträge das Budget überlasten?

Keine Empfehlung für die Kündigung
Bei Kündigung drohen herbe Verluste. Denn hier zahlt die Versicherung lediglich den so genannten Rückkaufswert aus, der meist unter dem tatsächlichen Wert der Police liegt. Der Grund: Gerade in den ersten Jahren verringert sich der Wert einer Police um die anfallenden Vermittlerprovisionen und Verwaltungskosten. Daher sollten Versicherte, die dringend Geld benötigen, alle anderen Möglichkeiten prüfen, bevor sie verlustreich stornieren.

So ist es häufig das Beste, einfach etwas Zeit zu schaffen – beispielsweise durch Beitragsaussetzung – bis sich die finanzielle Lage entspannt hat. Auch ein Policendarlehen kann helfen, finanziell schwierige Phasen zu überbrücken. Allerdings ist es schon merkwürdig wenn man für sein eigenes eingezahltes Geld zwischen 2 und 3 % Zinsen erhält und für das Policendarlehen häufig mehr als 5% bezahlen soll.

In vielen Fällen kann es aber auch sinnvoll sein vorzeitig zu kündigen um seine Verluste zu beschränken. Wie die ProConcept mitteilt vertritt diese bereits mehr als 50 000 Kunden und überprüft für diese ob die Abrechnungen bei vorzeitiger Kündigung korrekt sind. Hierbei wurde festgestellt das nahezu jede Abrechnung nicht nachvollziehbar ist und sich für die Kunden noch weitere Ansprüche ergeben.

Verkauf besser als Storno
Hilft alles nichts und die Police muss aufgegeben werden, kann Verkauf eine Alternative sein. Bis zu 15 Prozent mehr als bei Kündigung stellen professionelle Policenaufkäufer in Aussicht. Tatsächlich hängt der Preis einer Lebensversicherung jedoch stark von ihrer Qualität ab. So mindern niedrige Rückkaufswerte oder lange Restlaufzeiten den Preis ebenso wie ein ungünstiges Rating der Versicherungsgesellschaft. Häufig ist es auch schon so das die Policenaufkäufer den Ankauf ablehnen, weil der Vertragswert nicht ausreichend ist oder eben kein Vertrauen in die nachhaltige Rendite des Vertrages besteht. Längst nicht alle Versicherungsgesellschaften werden von den Profis angekauft – lediglich ein Drittel erscheint nachhaltig sicher zu sein, denn diese werden nur noch angekauft. Jede vorzeitige Beendigung des Lebensversicherungsvertrages kostet Geld, wenn auch unterschiedlich viel.

Verluste absetzen
Bislang war es nun so, dass der Versicherungskunde diese Kosten alleine tragen musste. Schlecht sah es bisher aus für Kunden, die ihre vor 2005 abgeschlossene Lebensversicherung gekündigt haben. Zinsen aus den ersten Jahren der Versicherung mussten versteuert werden, die herben Verluste aus der Kündigung konnten bislang nicht steuerlich geltend gemacht werden. Hoffnung kommt jetzt vom Finanzamt. Der Schweizer Prozessfinanzierer ProConcept teilt mit, dass einige Finanzämter die Verluste durch die vorzeitige Kündigung als Werbungskosten anerkannt hätten. ProConcept kündigt eine Klage gegen die übrigen Finanzämter an und empfiehlt Steuerpflichtigen, die eine vor dem Jahr 2005 abgeschlossene Lebens- oder Rentenversicherung gekündigt haben, die entstandenen Verluste in der Steuererklärung mit anzugeben. Akzeptiert das Finanzamt dies nicht, kann der Steuerzahlter Einspruch einlegen und auf das von ProConcept angestrengte Verfahren verweisen. Nähere Informationen zu dem laufenden Verfahren sind jederzeit unter http://www.lv-doktor.com/ zu finden.

 

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