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Falsche Datenschützer auf Kundenfang - Trittbrettfahrer nutzen Daten-Skandal

Hannover, 03.09.2008 10:09 Uhr (redaktion)

Manche Geschäftemacher versuchen die derzeitige Diskussion zum Datenklau für weitere miese Geschäfte zu nutzen. Dies zeigen aktuell Beschwerden bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen.

So melden sich Verbraucher, die von einer Frau Schmalz angerufen werden mit dem Hinweis, der Betroffene gehöre ja auch zu den Datenklaugeschädigten, was nach Aussagen der Angerufenen auch tatsächlich zutrifft. Woher Frau Schmalz diese Kenntnis hat, wird nicht gesagt. Sie rät den Geschädigten, sich bei Problemen und Fragen an folgende Telefonnummer 01805-6669229 zu wenden. Bei dieser Nummer handelt es sich um eine Servicenummer für 0,14 Euro/Minute. Wie die Verbraucherzentrale herausgefunden hat, verbirgt sich hinter dieser Nummer angeblich die "Gemeinschaft zum Schutz gegen unerwünschte Werbung".

Besonders dreist ist folgende Masche: Verbraucher berichteten von einem Anruf eines Herrn Becker von der Verbraucherzentrale Düsseldorf! Dieser erklärte, man würde die persönlichen Daten sowie die Kontonummer des Betroffenen kennen und von Düsseldorf aus alles zum Schutz der Betroffenen tun, z. B. mögliche unerlaubte Abbuchungen zurückholen. Dafür würde er 40 Euro vom Konto abbuchen. Dazu Pressesprecherin Gabriele Peters: „Die Verbraucherzentralen rufen niemanden zu Werbezwecken oder angeblichen Schutzmaßnahmen an. Diese Abzocker haben sich nicht nur illegal die Kontodaten von Verbrauchern besorgt, sondern missbrauchen auch noch den guten Namen der Verbraucherzentrale und bieten eine Dienstleistung an, die gar nicht durchführbar ist“.

Wie schon die Organisation „Deutscher Verband gegen Datenmissbrauch und Werbebelästigung“ versucht auch dieses Unternehmen Kasse zu machen mit der Furcht vor Datenmissbrauch.

Die Verbraucherzentrale rät: „Derzeit gibt es keinen wirksamen Schutz gegen Datenmissbrauch und deshalb muss jeder sehr zurückhaltend mit der Nennung seiner sensiblen Daten sein. Man sollte sich auf Geschäfte mit diesen oder anderen angeblichen Datenschützern nicht einlassen und die Kontobewegungen weiterhin sorgfältig kontrollieren.

Die Verbraucherzentrale fordert, dass jegliche Weitergabe von Verbraucherdaten ohne schriftliche Zustimmung des Adressinhabers prinzipiell verboten wird. Auch sollten Verträge, die durch Telefonmarketing angebahnt wurden, grundsätzlich nur mit einer schriftlichen Bestätigung des Verbrauchers wirksam werden. Gabriele Peters: „Es geht nicht an, dass Menschen aktiv werden müssen, um sich gegen Verträge zu wehren, die sie nie abschließen wollten oder um unberechtigte Zugriffe auf ihr Konto zu korrigieren.“

(Quelle: Verbraucherzentrale Niedersachsen)

 

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