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SPD im Wirrwarr - Rufe nach Franz Müntefering werden lauter

Berlin, 05.09.2008 19:02 Uhr (redaktion)

Beck im Tiefgang. Schleswig-Holsteins SPD-Chef Ralf Stegner forderte eine herausgehobene Stellung des 68-Jährigen Müntefering. Nur als Wahlkampfmanager zu agieren sei zu wenig, sagte Stegner: "Er hat immer in der Champions League gespielt."

Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier bezeichnete es als wichtig, dass nach den "rückwärtsgewandten Diskussionen" der vergangenen Tage nun von der SPD-Führung ein klares Signal für die Zukunft komme.

"Müntefering gehört in eine herausgehobene Stellung, das muss aber kein Amt sein", sagte Stegner der Zeitung "Die Welt". Zu der Klausur der Partei- und Fraktionsspitzen am Schwielowsee in Brandenburg sagte er: "Die Partei erwartet, dass ihre Führungskräfte geschlossen in den Bundestagswahlkampf ziehen. Sie sollten den Eindruck vermitteln, dass sie an einem Strang ziehen." Dabei könne Müntefering eine wichtige Rolle spielen: "Er ist ein fulminanter Wahlkämpfer und ein alter Fuchs. Er ist Sozialdemokratie pur. Die Leute mögen ihn." Zu den anhaltenden Spekulationen über die Kandidatenfrage sagte Stegner im NDR, er rechne nicht damit, dass bereits am Sonntag die Festlegung auf einen Kanzlerkandidaten erfolge.

Steinmeier sagte der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" auf die Frage, ob er als Kanzlerkandidat zu Verfügung stehe: "Sollte sich diese Frage jemals stellen, werde ich sie auch beantworten." Zur Situation seiner Partei sagte er: "Es ist überhaupt nicht zu bestreiten, dass die SPD in einer schwierigen Lage ist, das spiegelt sich in allen Umfragen wider." Es sei jetzt wichtig, "dass von der Führung der Partei ein klares Signal kommt, das in die Zukunft weist".

Der SPD-Linke Ottmar Schreiner sagte im ARD-Morgenmagazin: "Wenn es auf Frank-Walter Steinmeier hinauslaufen sollte, das muss erst noch beschlossen werden, dann muss es wesentlich auch davon abhängen, mit welchem Programm die SPD in den Wahlkampf gehen wird." Schreiner hatte mit anderen SPD-Linken in einem Positionspapier eine teilweise Abkehr von der Agenda 2010 verlangt, an der Steinmeier dagegen festhalten will.

(AFP)

 

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