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Beck gibt auf - Müntefering neuer SPD-Vorsitzender - Steinmeier Kanzlerkandidat

Berlin/Mainz, 07.09.2008 14:27 Uhr (redaktion)

Außenminister Frank-Walter Steinmeier tritt bei der Bundestagswahl 2009 als SPD-Kanzlerkandidat gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an. "Ich trete nicht an, um auf Platz zu spielen. Ich trete an, damit wieder ein Sozialdemokrat Deutschland regiert", sagte Steinmeier kämpferisch nach der SPD-Klausurtagung am brandenburgischen Schwielowsee.

Er bestätigte zugleich den Rücktritt von Kurt Beck als SPD-Chef. Als Nachfolger habe er den früheren SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering vorgeschlagen, sagte Steinmeier. Das SPD-Präsidium habe diesem Vorschlag zugestimmt.

Steinmeier kündigte weiter an, dass er selbst als Partei-Vize die SPD kommissarisch bis zur Wahl eines neuen Vorsitzenden führen werde. Über den Rücktritt Becks äußerte er sich "überrascht und schockiert". Für die Wahl Münteferings ist ein SPD-Sonderparteitag erforderlich: Dieser soll am Montag vom SPD-Vorstand beschlossen werden, wie Generalsekretär Hubertus Heil erläuterte.

Der zurückgetretene SPD-Chef Kurt Beck sieht sich als Opfer "gezielter Falschinformationen" der Medien. Ein von ihm zusammen mit Frank-Walter Steinmeier geschmiedeter Plan, die SPD mit der Nominierung Steinmeiers zum Kanzlerkandidaten durchstarten zu lassen, sei "durchkreuzt" worden, teilte Beck in einer von der SPD in Berlin veröffentlichten persönlichen Erklärung mit.

"Aufgrund gezielter Falschinformationen haben die Medien einen völlig anderen Ablauf meiner Entscheidung dargestellt. Das war und ist darauf angelegt, dem Vorsitzenden keinen Handlungs- und Entscheidungsspielraum zu belassen." Deshalb habe er nicht mehr die nötige Autorität als Parteichef gehabt und habe zurücktreten müssen. Auf welche Berichte er damit abzielt, ließ Beck offen.

(AFP)

 

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