Zentral- und Osteuropa wird immer attraktiver für Private Equity. Fundraising und Investitionen verzeichnen seit 2006 einen ungebrochenen starken Zuwachs, und das Interesse der Investoren hat sich auf zahlreiche Industriesektoren und Länder ausgeweitet.
Das geht aus der jüngsten Studie der EVCA und der Central and Eastern Europe Task Force der EVCA hervor, die für ihre Analysen die Daten¬plattform PEREP_Analytics herangezogen hatten. Die Studie Central and Eastern Europe Statistics 2007 ist ein Auszug der EVCA-Jahresstatistik 2007, der sich ausschließlich auf die Region Zentral- und Osteuropa konzentriert.
„Zentral- und Osteuropa sind weiterhin für institutionelle Investoren und Manager von Private Equity-Fonds höchst attraktiv“, sagte Robert Manz, Vorsitzender der EVCA-Task Force Central and Eastern Europe und Geschäftsführer der polnischen Beteiligungsgesellschaft Enterprise Investors. „Die 2007er Zahlen zeigten einen starken Zuwachs an Private Equity-Investitionen. Für weiteres Wachstum stehen die Zeichen sehr gut.“
EVCA’s Leiterin Research Mirela Ene ergänzt: „Die Wachstumszahlen sind nur ein Teil der Geschichte. Dahinter steht ein zunehmendes Interesse an der Region. So siedeln sich zahlreiche große Gesellschaften in Zentral- und Osteuropa an, um lokale Investitionen tätigen zu können. Darin zeigt sich ein Interesse, das über ad-hoc-Anlagen hinausgeht. Vergangenes Jahr ist mit 1,5 Mrd. EUR der bislang größte Private Equity-Fonds für diese Region aufgelegt worden.“
Die wichtigsten Studienergebnisse:
- Das Fundraising erreichte für die Region Zentral- und Osteuropa mit 4,25 Mrd. EUR frischem Kapital in 2007 einen neuen Höchststand. 2007 wurde damit 89 Prozent mehr Kapital beschafft als im vorhergehenden Rekordjahr 2006.
- 66 Prozent der Geldmittel wurden in Europa, 34 Prozent von Ländern außerhalb Europas eingeworben. Dachfonds waren mit 23,6 Prozent der gesamten Investitionssumme die größte Kapitalquelle, gefolgt von Pensionskassen (13,5 Prozent). Der Großteil der Fonds wird Buy-out-Transaktionen zugeschrieben.
- Private Equity-Investitionen stiegen um 80 Prozent im Vergleich zum Jahr 2006 auf ein Höchstniveau von 3,01 Mrd. EUR in 2007. Polen war mit 23 Prozent der gesamten Investitionssumme am aktivsten. Große Zuwächse verzeichneten auch Bulgarien, Rumänien, Polen, die baltischen Staaten und Serbien.
- Buy-outs machten 2,3 Mrd. EUR (nur Eigenkapital, Fremdkapital der Banken ausgeschlossen) und damit 77 Prozent der gesamten Investitionstätigkeit in Zentral- und Osteuropa in 2007 aus. Expansionsfinanzierungen bewegten sich bei 13 Prozent und haben sich damit im Vergleich zu 2006 fast vervierfacht.
- Die Private Equity-Investitionen in 2007 in Zentral- und Osteuropa verteilten sich breiter über mehrere Industriezweige als in 2006. Die Kommunikationsbranche war mit 24 Prozent der gesamten Investitionen (720 Mio. EUR) Investitionsliebling (in ganz Europa zog die Kommunikationsbranche 12 Prozent der Investitionen auf sich), gefolgt von Business- und Industrie-Produkten (11 Prozent, 342 Mio. EUR), Finanzdienstleistungen (11 Prozent, 319 Mio. EUR), Transport (10 Prozent, 302 Mio. EUR) und Life Sciences (10 Prozent, 301 Mio. EUR).
- Exits gemessen zu Anschaffungskosten erhöhten sich in der Region Zentral- und Osteuropa um 33 Prozent auf 586 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr 2006. Desinvestitionen durch Trade Sale blieben beliebtester Exitweg in 2007 und lagen proportional gesehen deutlich höher als in ganz Europa.
(Quelle: Central and Eastern Europe Statistics 2007)