Düsseldorf, 11.09.2008 19:06 Uhr (redaktion)
Deutschlands größte Krankenkasse, die Barmer Ersatzkasse, hat Arbeitgebern im Internet Musterformulare, unter anderem zur Kündigung von Schwangeren und Schwerbehinderten, bereitgestellt. Die Wogen gingen hoch - bis zum nordrhein-westfälischen Gesundheitsminister.
Ein Sprecher der Krankenkasse bestätigte gestern in Wuppertal entsprechende Informationen von "Spiegel Online". Die Formulare seien "unglücklich und missverständlich" und inzwischen wieder aus dem Internet-Angebot entfernt worden.
Dahinter hätten "keine bösen Absichten" gesteckt, versicherte der Sprecher. Die Idee sei gewesen, besonders Kleinbetrieben "mit nützlichen Informationen" bei einer reibungslosen Zusammenarbeit zu helfen. Die Barmer bot den Unternehmen eine ganze Palette Formulare für arbeitsrechtliche Maßnahmen - von der Abmahnung bis zur außerordentlichen Kündigung. Personelle Konsequenzen wegen des Angebots seien momentan kein Thema. Kündigungen verärgerter Mitglieder seien bislang nicht bekanntgeworden.
Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) reagierte empört auf das Internetangebot der Barmer Ersatzkasse. "Ich bin entsetzt über dieses Vorgehen einer Krankenkasse. Das gehört mit Sicherheit nicht zum Arbeitgeber-Service", sagte er in der heutigen Ausgabe der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". "Es widerspricht der Seele und dem Geist einer Sozialversicherung."
(Haufe Finanzdienstleister, dpa)
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