Hamburg, 11.09.2008 18:57 Uhr (redaktion)
Wie Haufe Finanzdienstleister auf einen Artikel der FTD hinweist, verschlechtern sinkende Charterraten, höhere Baupreise und restriktive Banken die Perspektiven von Schiffsfonds, so Schiffsfonds-Fachjournalist Jürgen Dobert in der Financial Times Deutschland.
Dobert führt demnach eine ganze Reihe von Gründen auf, die eine vorsichtigere Haltung von Beratern und Anlegern zu der im ersten Halbjahr 2008 noch erfolgreichsten Sparte der Geschlossenen Fonds rechtfertigen (Financial Times Deutschland vom 10.9.08). Da ist zunächst der fast senkrechte Absturz der Charterraten seit dem letzten Top vor wenigen Monaten beinahe auf den Tiefpunkt vom September 2006.
Hinzu kommen laut Dobert Probleme, vereinbarte Abnahmepreise durchzusetzen. Insbesondere chinesische Werften würden sich gelegentlich weigern, Neubauten vertragsgemäß zu übergeben. „Dann klagen Sie doch“, bekamen Auftraggeber zu hören, die sich erheblichen Nachforderungen der Werften widersetzen wollten.
Höhere Baupreise und schlechtere Chartererlöse führen natürlich zu Einbußen in der Rendite. Die aufgrund der weichen Kosten sensible Kalkulation der Schiffsfonds leidet außerdem unter der restriktiven Kreditvergabepraxis der Banken. Schiffskredite müssen laut Dobert schneller getilgt werden (in 12 bis 15 Jahren statt zuvor in 15 bis 18 Jahren). Außerdem würden nur noch 60 bis 70% des Schiffspreises kreditiert (bisher 70% und mehr).
Für die Geschlossene Fondsbranche würde ein Einbruch bei den Absatzzahlen einen empfindlichen Rückschlag bedeuten. Schließlich lagen beim platzierten Eigenkapital im ersten Halbjahr die Schiffsfonds mit einem Anteil von 30,6% vorne.
(Haufe Finanzdienstleister)
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