Finanzen Markt & Meinungen Startseite

 

Barclays könnte Bereiche von Lehman Brothers übernehmen

New York, 16.09.2008 17:35 Uhr (redaktion)

Großbritanniens drittgrößte Bank Barclays bestätigte in einer Mitteilung an die US-Aufsichtsbehörde SEC am Dienstag, dass sie mit Lehman über den Kauf einzelner Sparten verhandelt.

Erst am Wochenende hatte Barclays allerdings Gespräche über eine komplette Übernahme der schwer angeschlagenen Lehman platzen lassen und damit auch zum kurzfristigen Insolvenzantrag der Bank nach US-Gläubigerschutzrecht beigetragen.

Aus Kreisen verlautete, es gehe nun um das amerikanische Kerngeschäft. Dazu zählen vor allem das Investmentbanking inklusive der Firmenberatung bei Fusionen sowie der Handel mit Aktien und festverzinslichen Wertpapieren. Bis zu 10.000 Jobs würde dieser Bereich umfassen. Insgesamt hat die Bank rund 26.000 Beschäftigte. Auch internationale Geschäftsfelder könnten in die fieberhaften Gespräche noch einbezogen werden, hieß es. Allerdings dränge die Zeit, bevor Kunden und auch führende Mitarbeiter abspringen.

Die Aktionäre von Barclays waren nicht begeistert: Das Papier rauschte mehr als sechs Prozent in den Keller. Allerdings ließen weltweit auch andere Finanzwerte einen Tag nach dem Wall-Street-Schock wieder kräftig Federn. Grund war der der sich zuspitzende Überlebenskampf des US-Versicherers AIG, der ebenso kurzfristig massive Hilfsgelder in zweistelliger Milliarden-Höhe braucht.

Barclays betreibt mehr als 4750 Filialen, davon über 3000 in 50 Ländern außerhalb Großbritanniens. Die Bank mit Sitz in London hat 147.000 Beschäftigte und nach eigenen Angaben 42 Millionen Kunden. Gut 40 Prozent ihres Gewinns von zuletzt umgerechnet etwa 8,8 Milliarden Euro macht die Bank im Ausland.

(Thomson Reuters)

 

» Zur Startseite von Finanzen Markt & Meinungen