Frankfurt/NewYork, 17.09.2008 08:43 Uhr (redaktion)
KfW überweist fälschlicherweise Geld an Lehman Brothers - Futsch. Brisanz erhält der Fall dadurch, dass die KfW nach Angaben eines Banksprechers noch am Tag des Lehman-Insolvenzantrages mehrere Hundert Millionen Euro an das US-Institut überwiesen hatte. Steinbrück ist stinksauer.
Die genauen Umstände würden jetzt durch die Innenrevision der Bank geprüft, sagte ein Sprecher der Bank. Dem Finanzministerium allerdings reicht das nicht: Der Vorgang sei ''mehr als verwunderlich und ärgerlich'', der ''technische Fehler'' sei unerklärlich und werde Konsequenzen haben, sagte der Sprecher von Finanzminister Peer Steinbrück.
"Insgesamt liegt das Engagement der KfW mit Lehman im mittleren dreistelligen Millionenbereich", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwochausgabe). "Ein Teil davon in Höhe von rund 300 Millionen Euro ist auf eine fehlerhaft ausgelöste Swap-Zahlung am Montag zurückzuführen, deren Umstände durch die Innenrevision geprüft werden." Die KfW habe mit Lehman bei Wertpapieren und Finanzmarkttermingeschäften (Swaps) zusammengearbeitet, wird der Sprecher zitiert. Die KfW bestätigte die Angaben.
Wahrscheinlich werde die Staatsbank für 2008 einen Verlust ausweisen, verlautete aus Finanzkreisen. Grund dafür sei allerdings vor allem die vorübergehende Schieflage der inzwischen verkauften Mittelstandsbank IKB, welche den Bund und die KfW Milliarden kostete. Am Donnerstag wird sich der KfW-Verwaltungsrat mit den Folgen des Lehman-Zusammenbruchs beschäftigen.
(Thomson Reuters)
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