Washington, 24.09.2008 09:37 Uhr (redaktion)
Das Hilfspaket mit einem Umfang von 700 Milliarden Dollar sei in seiner derzeitigen Form "nicht akzeptabel", sagte der Ausschussvorsitzende Chris Dodd in Washington nach Paulsons Anhörung vor dem Gremium.
Sowohl Demokraten als auch Republikaner hätten Bedenken gegen die Regierungspläne geäußert. Die US-Bundespolizei FBI ermittelt derweil nach Medienberichten wegen Betrugsverdachts gegen die US-Finanzriesen Lehman Brothers, Fannie Mae und Freddie Mac sowie den Versicherer AIG.
Zuvor hatte der US-Notenbankchef Ben Bernanke vor "schwerwiegenden Konsequenzen" gewarnt, sollte der Kongress dem Rettungsplan nicht zügig zustimmen. Paulson warnte, die Bankenkrise drohe "alle Teile unserer Wirtschaft" zu gefährden.
Die US-Regierung will den angeschlagenen Banken für 700 Milliarden Dollar faule Kredite abkaufen. Führende Kongresspolitiker hatten zwar grundsätzliche Zustimmung geäußert, aber Schutzmechanismen und Hilfe auch für einfache US-Bürger eingefordert. Am Mittwoch sollten Bernanke und Paulson auch vor dem Finanzdienste-Ausschuss des Repräsentantenhauses zu dem Rettungspaket aussagen.
Das FBI ermittle mittlerweile gegen 26 Wall-Street-Unternehmen, berichtete der US-Nachrichtensender CNN. Dabei solle geklärt werden, ob die Unternehmenschefs durch "Desinformationen" zu deren finanzieller Schieflage beigetragen hätten. FBI-Sprecher Richard Kolko bestätigte gegenüber dem Sender ABC die Zahl von 26 verdächtigen Firmen. Namen wollte er jedoch nicht nennen. Die US-Regierung hatte Anfang des Monats vorübergehend die Kontrolle über die angeschlagenen US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac übernommen. Neun Tage später wurde auch der Versicherungsriese American International Group (AIG) unter staatliche Kontrolle gestellt. Die Geschäftsbank Lehman Brothers beantragte Konkurs.
(AFP/CNN)
(Foto: pixelio)
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