Frankfurt/Main, 25.09.2008 18:01 Uhr (redaktion)
Auch in der deutschen "Drei-Säulen" Bankenlandschaft wird kein Institut von der Finanzkrise verschont. Die Genossenschaftsbanken sprechen von Ausfallrisiken in dreistelliger Millionenhöhe.
Die Belastungen seien aber insgesamt moderat und brächten kein einzelnes Institut in Finanznöte, teilten die beiden Bankenverbände am Donnerstag mit.
Die gut 1230 genossenschaftlichen Geldhäuser bezifferten ihre maximalen Ausfallrisiken aus Wertpapieren der kollabierten Investmentbank am Donnerstag auf einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag. Hinzu kommen 300 Millionen Euro beim Frankfurter Spitzeninstitut DZ Bank, das für die meisten Volks- und Raiffeisenbanken das Kapitalmarktgeschäft abwickelt. Die zweite, kleinere genossenschaftliche Zentralbank, die WGZ Bank, sprach von deutlich weniger als 50 Millionen Euro an drohenden Belastungen. Ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) sagte, die Risiken der knapp 450 Sparkassen lägen unter 300 Millionen Euro.
Die Spitzeninstitute der Kreditgenossen und der Sparkassen sind wegen ihrer Kapitalmarktnähe von der Finanzkrise stärker betroffen als viele Ortsbanken. Allein wegen der Lehman-Pleite stehen bei den Landesbanken einige hundert Millionen Euro im Feuer. Am stärksten betroffen sind Häuser wie die LBBW, die BayernLB und die HSH Nordbank. Einige Institute nahmen deswegen bereits ihre Gewinnziele für 2008 zurück. Die privaten Geschäftsbanken halten sich noch weitgehend bedeckt, was ihr Engagement in Lehman-Papiere angeht.
(ThomsonReuters)
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