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Weltweiter Appell führender Ökonomen zur Einheit in der Finanzkrise

Berlin/Brüssel, 03.10.2008 08:47 Uhr (redaktion)

Europa muss in der Finanzmarktkrise unverzüglich gemeinsam handeln. Führende Ökonomen aus Europa und den USA haben die europäischen Staaten zu einem gemeinsamen Vorgehen in der Finanzmarktkrise aufgerufen.

Die Krise sei noch beherrschbar - nur ein schnelles, europaweit koordiniertes Vorgehen könne aber verhindern, dass sie außer Kontrolle gerate. Die bisherigen rein nationalstaatlichen Aktionen seien völlig unzureichend.

Die Unterzeichner werfen den europäischen Nationalstaaten fehlenden politischen Willen vor, die Krise gemeinsam zu bekämpfen: "Das Problem ist nicht ein fehlendes Verständnis. Das Problem ist mangelnder politischer Wille," heißt es in dem Aufruf.

Die führenden europäischen Politiker müssten unverzüglich zusammenkommen, um die Krise direkt anzugehen, bevor sie außer Kontrolle gerate. Die Schaffung gemeinsamer europäischer Regeln mit dem Ziel einer Rekapitalisierung des europäischen Bankensektors und einer harmonisierten Einlagensicherung stehe im Mittelpunkt möglicher Lösungsansätze.

Die Erklärung zieht auch eine Parallele zwischen der Weltwirtschaftskrise 1929/32 und der heutigen Situation: "Jeder Europäer weiß, was passiert ist, als die Finanzmärkte in den dunklen Jahren der Weltwirtschaftskrise zusammenbrachen. Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass genau dies wieder passieren könnte, wenn die Regierungen jetzt nicht handeln," heißt es in dem heute veröffentlichten Aufruf. "Wir sagen nicht voraus, dass dies wieder geschehen wird, aber es ist entscheidend zu wissen, was auf dem Spiel steht."

Zu den Initiatoren des Aufrufs gehören unter anderem Klaus F. Zimmermann, Präsident des DIW Berlin, Richard Baldwin und Charles Wyplosz vom Graduate Institute Genf, Daniel Gros vom Centre for European Policy Studies in Brüssel, Stefano Micossi, Direktor des italienischen Forschungsinstituts Assonime, Charles Goodheart und Willem Buiter von der London School of Economics, Francesco Giavazzi, Guido Tabellini und Tito Boeri von der Bocconi Universität Mailand und Alberto Alesina von der Harvard Universität.

(Foto: pixelio)

 

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