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Anbieterverband der Derivatebranche reagiert auf Diskussion über Zertifikate

Frankfurt/Main, 06.10.2008 11:55 Uhr (redaktion)

Der Gesamtverband für strukturierte Finanzprodukte (DDV) will vor allem Privatanleger durch mehr Transparenz beruhigen. Zertifikate sind durch möglichen Totalverlust bei Bankenpleiten in die Schusslinie der Kritiker gerückt.

Der Deutsche Derivate Verband (DDV) startet eine neue Transparenzinitiative zur Bonität von Zertifikate-Emittenten. Ab heute veröffentlicht der DDV auf seiner Webseite nicht nur das Rating der Emittenten, sondern stellt Anlegern zusätzlich tagesaktuell Informationen zu den sogenannten Credit Spreads zur Verfügung (www.derivateverband.de).

Credit Spreads helfen dem Anleger, die Bonität des jeweiligen Zertifikate-Emittenten richtig einzuschätzen. Da es sich bei Zertifikaten um Schuldverschreibungen handelt, ist die Bonität ein wichtiges Kriterium für eine Investitionsentscheidung. Die vom DDV veröffentlichten Informationen beziehen sich auf Credit Default Swaps mit einer Laufzeit von fünf Jahren und Unternehmensanleihen als Referenzobjekt. Dabei stellen die angegebenen Basispunkte die Versicherungsprämie dar, die der Versicherungsnehmer zu entrichten hat, um sich gegen einen Ausfall der Schuldverschreibungen des jeweiligen Unternehmens abzusichern. Diese Prämien können noch zeitnäher und genauer als manche Ratings Aufschlüsse über die Bonität eines Emittenten geben.

Grundsätzlich gilt: Ein geringer Spread spricht für eine hohe Bonität und umgekehrt.

Mit der Veröffentlichung der Credit Spreads, die für die meisten Anleger bislang nicht frei zugänglich waren, leistet der DDV einen weiteren wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Transparenz. „Mit der tagesaktuellen Aufbereitung der Informationen erleichtern wir dem Privatanleger, das für ihn passende Produkt zu identifizieren und so die richtige Investitionsentscheidung zu treffen“, betont Geschäftsführer Lars Brandau. Dabei ist allerdings zu beachten, dass die Bonität eines Emittenten und somit auch der Credit Spread nur eines von mehreren wichtigen Kriterien beim Kauf von Zertifikaten darstellt und keinesfalls als alleinige Entscheidungsgrundlage dienen sollte. Diese Hinweise ersetzen auch kein Beratungsgespräch, sondern sollten als Teil einer umfangreichen Information vor einer Anlageentscheidung genutzt werden.

Infos zum Verband
Der Deutsche Derivate Verband (DDV) ist die Branchenvertretung der 20 führenden Emittenten derivativer Wertpapiere in Deutschland: ABN AMRO Bank, BNP Paribas, Citigroup, Commerzbank, Deutsche Bank, Dresdner Bank, DZ BANK, Goldman Sachs, HSBC Trinkaus, HypoVereinsbank, JP Morgan, LBBW, Sal. Oppenheim, Société Générale, UBS, Vontobel, WestLB und WGZ BANK. BHF-BANK, DWS Finanz-Service sowie Börsen und Finanzportale unterstützen als Fördermitglieder die Arbeit des Verbandes.

 

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