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Anlagezertifikate im Fokus: Expertenmeinung zur Luftfahrt-Branche

Düsseldorf, 16.10.2008 17:14 Uhr (redaktion)

Die Luftfahrt-Branche befindet sich derzeit im Umbruch. Der Druck durch nachhaltig gestiegene Kerosinpreise und die schwankende Nachfrage hat eine Konsolidierung ausgelöst. Zu den Gewinnern der Fusionswelle dürfte die Lufthansa zählen – Anleger können davon profitieren. Eine Einschätzung von Marc Pawlak, Zertifikate-Experte der WestLB.

Bei den Airlines kommt das Fusionskarussell immer mehr in Gang. Ein wesentlicher Grund dafür ist der hohe Ölpreis, der die Treibstoffkosten der Fluggesellschaften explodieren lässt. Das schwarze Gold notiert mit derzeit 80 Euro zwar deutlich unter seinen Rekordständen von Juli, aber immer noch rund 20 US-Dollar über dem Niveau von vor drei Jahren.

Eine weitere Schwierigkeit: In der Tourismusbranche ist die Nachfrage besonders elastisch – das heißt, sie reagiert sensibel auf wirtschaftliche Unsicherheiten und sinkende Konsumfreude. Viele Fluglinien haben auf diese Herausforderungen in ihrem Umfeld mit massiven Sparprogrammen reagiert. Dies dürfte aber für die meisten Unternehmen nicht ausreichen, um am Markt bestehen zu bleiben. „Unsere Researcher bestätigen: Die Konsolidierung in der Luftfahrtbranche geht weiter. Viele kleinere und angeschlagene Airlines müssen sich einen starken Partner suchen“, sagt Marc Pawlak, Zertifikate-Experte der WestLB.

Lufthansa Chartanalyse
Lufthansa Chartanalyse

Es gilt als wahrscheinlich, dass der europäische Markt in absehbarer Zeit von drei großen Playern dominiert werden wird. Dazu gehört neben British Airways und Air France-KLM auch die Deutsche Lufthansa. Bereits in den vergangenen Monaten hat die Lufthansa bewiesen, dass sie eine aktive Rolle im Konsolidierungsprozess spielen will. Auf diese Weise könnte das Unternehmen sogar gestärkt aus dem Umbruch hervorgehen Der erste konkrete Beleg dieser Strategie ist der 45-Prozent- Einstieg bei Brussels Airlines. Zwar ist die belgische Fluglinie ein erheblich kleinerer Wettbewerber, doch die Lufthansa kann damit ihr Streckennetz um interessante Verbindungen nach Afrika und in die EU-Metropole Brüssel bereichern.

Alitalia bald deutsch?
Außerdem ist die Lufthansa an der angeschlagenen italienischen Gesellschaft Alitalia interessiert. So meldete die italienische Zeitung „Il Messagero“ bereits, dass die Lufthansa 49 Prozent der Alitalia-Aktien erwerben wolle. Während einige Wettbewerber ebenfalls interessiert sind, bevorzugen die verantwortlichen Politiker jedoch die deutsche Lösung. Dafür haben sich Kanzlerin Merkel und der italienische Ministerpräsident Berlusconi ausgesprochen.

Marc Pawlak
Marc Pawlak

„Die Lufthansa ist mit ihrem soliden Ausblick ein interessanter Basiswert – insbesondere für Capped-Bonus-Papiere.“ Marc Pawlak, WestLB

Die Lufthansa-Führung indes will die Übernahme offenbar nicht überstürzen – sie hat sich noch nicht zu dem Vorhaben geäußert. Das zeigt sich auch bei den möglichen Übernahmezielen Scandinavian Airlines (SAS) und Austrian Airlines (AUA). Beide gelten als Kandidaten für einen Einstieg, Ergebnisse sind aber auch hier noch keine bekannt.

Erfahrung mit Übernahmen
Dass die Lufthansa Erfahrung mit Übernahmen hat, zeigt der Fall Swiss. Die einst in Schieflage geratene Schweizer Fluglinie wurde von Lufthansa gekauft und ist nun voll konsolidiert. Entgegen dem Branchentrend überraschte Lufthansa im September – vor allem dank Swiss – mit einem kleinen Plus der Passagierzahlen.

Insgesamt schlägt sich die Lufthansa im schwierigen Umfeld also sehr wacker. Der Umsatz legte im ersten Halbjahr 2008 um 19 Prozent auf 12,1 Milliarden Euro zu, das operative Ergebnis sogar um 45 Prozent auf 705 Millionen Euro. Für das laufende Geschäftsjahr rechnen die WestLB- Researcher damit, dass der Konzern sein Vorjahresergebnis von 1,38 Milliarden Euro in etwa wiederholt.

Die WestLB-Experten erwarten beim Passagier-Geschäft zwar einen Ergebnisrückgang. Zugutekommt den Lufthanseaten aber, dass sie eine starke Marke an Bord haben. Diese sorgt für hohe Kundenbindung und hält die Passagierzahlen hoch. Außerdem ist die Lufthansa bei Geschäftsreisenden beliebt und leidet deswegen weniger unter der sinkenden privaten Reiselust in schwierigen Zeiten. Im Cargo- Bereich indes wird mit einem Ergebnisplus von 45 Prozent gerechnet.

Wie Anleger profitieren können, erklärt Marc Pawlak: „Durch den soliden Ausblick ist Lufthansa ein interessanter Basiswert. Da aber ein hoher Ölpreis und die Auswirkungen der Finanzkrise die Stimmung belasten, empfehlen wir Produkte mit komfortablem Sicherheitspuffer – wie etwa unsere Capped-Bonus-Zertifikate.“

Über den Tellerrand
Zertifikate bieten viele Vorteile gegenüber einem Direktinvestment. Doch wenn die Kurse an den Märkten stark sinken, wirkt sich das auch auf Zertifikate aus – zum Beispiel, wenn die Zahlung eines Kupons ausfällt, weil der Basiswert eine Kursschwelle unterschreitet. Für Abhilfe kann das Catch-up-Prinzip sorgen. Es ermöglicht, dass ausgefallene Kupon-Zahlungen bei späteren Kurserholungen des Basiswerts nachgeholt werden. So etwa beim GeW-I-Nner-Zertifikat 25 der WestLB (WLB754). Dieses Produkt bietet die Aussicht auf einen jährlichen Kupon von zehn Prozent. Sollten Kuponzahlungen ausfallen, können sie bei späterer Erholung der Basiswerte nachgeholt werden. Zusätzlich bietet das Papier einen sogenannten Expressmechanismus, also die Chance auf vorzeitige Rückzahlung.

Redaktionsheinweis: Diese Mitteilung dient der Informationsgebung und ruft nicht zum Erwerb der Produkte auf.

(Foto: Lufthansa AG)

www.westlb-zertifikate.de

 

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