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Bankenkrise zeigt - Aufklärung für Privatanleger tut Not

Köln, 17.10.2008 17:24 Uhr (FS)

Die aktuelle Finanzkrise hat weitaus mehr Dramatik als in der New-Economy-Blase 2001. Dennoch gibt es Parallelen. Immer noch ist das Wissen zu Finanzprodukten selbst bei Finanzberatern fragwürdig.

Im Jahr 2007/2008 gab es unzählige Studien und Umfragen, in denen Anleger die Finanzmärkte und Finanzprodukte falsch eingeschätzt haben.

Beispiel: Lt. einer Studie der AXA Investment Managers und TNS Infratest zufolge glauben beispielsweise 40 Prozent der Befragten, dass Rentenfonds für die Absicherung der gesetzlichen Rente sorgen. 60 Prozent meinen, dass Geldmarktfonds in unterschiedliche Währungen investieren, um Gewinn zu erzielen.


 

Für zwei Drittel der Befragten war die Bekanntheit der Fondsgesellschaft ein wichtiges Auswahlkriterium. Allerdings konnten fast drei Viertel der Befragten keine Fondsgesellschaft nennen. Im Vorjahr waren es mit 71 Prozent beinahe genau so viele.


 

Produktbroschüren
Die von Finanzinstituten vorgelegten Produktinformationen sind im „Look & Feel“ des jeweiligen Instituts. Die Informationen des Produktgebers, also dem Initiator des Anlageobjektes, werden sowohl dem Berater als auch dem Anleger nicht direkt zugänglich gemacht.

Kosten und Tantiemen (Gewinnanteile)
Jeder Anleger sollte wissen, das die Rendite nicht „verschenkt“ wird. Je höher die Rendite, desto höher die Risiken und auch die Produkterwerbskosten. In einem Anlageprodukt stecken durchaus immense Kosten beispielsweise für den Vertrieb, die Verwaltung oder der Risikohaftung. Wie bei einem Industrieprodukt (Auto) werden also Herstellerkosten eingerechnet.

Vertrauen
Der Volksmund sagt: „Beim Geld hört die Freundschaft auf.“ So ist es auch. Derjenige, der Gewinne erzielen will (Produktgeber), steht dem gegenüber, der das Geld hat (Anleger) und der ebenfalls Gewinne erlösen möchte. Frage: Wem würden Sie ihr hart verdientes Geld anvertrauen? Nach welchen Kriterien würden Sie jemanden Geld leihen? Im Prinzip „leihen“ Sie ihr Geld einem Institut das damit machen kann was es will. Das eingegangene „Risiko“ erhalten Sie in Form von Renditen oder Dividenden zurück. Je höher das Risiko, desto höher die Rendite.

Folgen
Lesen Sie alle Details bevor Sie unterschreiben. Verlangen Sie von ihrem Berater, dass er mit Ihnen Zeile für Zeile durchgeht (Gegenlesen). Falsche Bescheidenheit ist zu vermeiden. Auch unseren Kindern empfehlen wir: „Wenn Du etwas nicht verstanden hast – frag nach, auch mehrmals!“

(Foto: pixelio;delater)

 

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