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Personalmanagement - Interimsmanager nicht nur in der Baisse hoch im Kurs

München, 18.10.2008 10:16 Uhr (redaktion)

Nach Einschätzung von Personal- und Finanzmanagern steigt die Bedeutung von Interimsmanagern für Unternehmen europaweit an. Dies ergab eine Studie von Robert Half Management Resources, die unter mehr als 4.000 Personal- und Finanzmanagern in elf europäischen Ländern durchgeführt wurde.

Dem neuen Bericht „Interim Managers in Finance and Accounting“ zufolge greifen Unternehmen nicht nur in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder während Krisen gern auf das Know-how der Manager auf Zeit zurück.

Der temporäre Einsatz von externen Experten ist aus den Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Dem Bericht zufolge sind sich 68 Prozent der deutschen Befragten sicher, dass die Nachfrage nach Interimsmanagern in der Zukunft weiter ansteigen wird. Damit liegt die Prognose für Deutschland noch etwas über dem europäischen Vergleich, wo insgesamt 62 Prozent der Finanz- und Personalmanager einen Trend zur vermehrten Beschäftigung von Managern auf Zeit sehen. Doch nicht nur in Krisenzeiten erfreuen sich die externen Experten großer Beliebtheit. Zwar würden 67 Prozent der Befragten europaweit die Auswirkungen eines wirtschaftlichen Abschwungs mit Hilfe von Interimsmanagern abfangen wollen oder dies zumindest in Erwägung ziehen, doch ist dies nur ein Einsatzgebiet unter vielen, wie der Bericht zeigt.

Veränderung Interimsmanagement
Veränderung Interimsmanagement

„Das Bild des Interimsmanagers in Deutschland wandelt sich. Früher wurde ein Manager auf Zeit meist nur in Krisensituationen engagiert, inzwischen kommt er auch in vielen anderen Szenarien zum Einsatz“, bestätigt Carsten Kögler, Business Development Manager Germany bei Robert Half Management Resources. „Die Unternehmen erkennen zunehmend, dass sie mit Experten auf Projektbasis spezifisches Know-how auf kosteneffiziente Weise einkaufen und so enorm profitieren können.“

Interimsmanager für alle Fälle
So wissen Unternehmen auch in ökonomisch prosperierenden Zeiten die Qualitäten der Experten auf Abruf zu schätzen. In 54 Prozent der Fälle werden sie verpflichtet, um strategische Projekte zu leiten. Firmen können damit die vermehrte Arbeitslast während des Projektzeitraums abfangen, ohne neue Mitarbeiter einstellen zu müssen. Gleichzeitig erhalten sie zusätzliche strategische Expertise und frische Ideen. Darüber hinaus werden Interimsmanager häufig beschäftigt (24 Prozent), um Projekte mitzubetreuen, für die es internen Mitarbeitern an Spezialwissen mangelt. Darunter können die Umsetzung neuer rechtlicher Richtlinien, zum Beispiel ab 2009 das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz, oder die Einführung eines Risikomanagementsystems fallen.

Hilfreiche Experten auf Zeit
Die vermehrte Beschäftigung von Interimsmanagern ist auf vielfältige Gründe zurückzuführen. In Deutschland schätzt ein Drittel der Befragten vor allem die Kosteneffizienz, die Unternehmen durch den Einsatz der externen Experten erreichen. Schwierige Projekte oder ein kurzfristig hohes Arbeitsaufkommen können so einfach und verhältnismäßig günstig abgefangen werden. Darüber hinaus erhalten Firmen mit Hilfe von Interimsmanagement eine Möglichkeit, ihre Personalplanung flexibel zu halten und etwa dem zeitlich befristeten Ausfall von Führungspersonal zu begegnen (31 Prozent). Für 22 Prozent der Befragten stand dagegen hauptsächlich der Zugang zu spezialisiertem Fachwissen im Vordergrund, wenn sie an die Vorteile von Interimsmanagement dachten.

 

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