Unterschleißheim, 22.10.2008 16:05 Uhr (redaktion)
Laut Haufe-Fachdienst ist das beim Geschlossenen Immobilienfonds BBV Nr. 11 von rund 1.850 Anlegern eingezahlte Kapital massiv gefährdet.
Der Geschlossene Immobilienfonds BBV Nr. 11 hat demnach am 8. Oktober 2008 beim Amtsgericht München (1542 IN 3177/08) Insolvenzantrag gestellt. Der Fonds wurde in 1993 aufgestellt. Er investierte in zwei ostdeutsche Gewerbeimmobilien in Teltow und Dresden. Das Gesamtinvestitionsvolumen lag bei 152,4 Mio. EUR. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Wolfgang Ott aus München bestellt.
Im Jahr 2003 wurde der ursprünglich von einer Tochtergesellschaft der Bayerischen Beamten Versicherung (BBV) emittierte und damals bereits überschuldete Fonds durch die IC Immobiliengruppe aus Unterschleißheim zur Sanierung übernommen. Aufgrund einer von der BBV abgegebenen Patronatserklärung, einer Art Bürgschaft, kam die Insolvenz für die Anleger jetzt dennoch überraschend. Zumal die beiden Immobilien mit Vermietungsständen von 90 und 85 % glänzen. Auslöser der Insolvenz war eine fällige Zinszahlung und die Kündigung der von der HVB eingeräumten Kreditlinie. Zudem sah sich die BBV nicht zur Leistung aus der Patronatserklärung verpflichtet.
Eine endgültige Insolvenz dürfte für die Anleger teuer werden. Bei der derzeitigen Marktlage dürften die beiden Immobilien, wenn überhaupt, nur zu einem Schleuderpreis zu verkaufen sein. Als Kommanditisten werden sie nach den Kredit gebenden Banken bedient. Der Online-Dienst der Verbraucherzentralen „test.de“ rät unter Berufung auf die Aussage eines Rechtsanwalts (unter dem 16.10.2008), die BBV GmbH auf Schadenersatz nach § 826 BGB wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung zu verklagen.
(Im Original von: Haufe Finanzdienstleister)
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