Bonn, 27.10.2008 09:19 Uhr (redaktion)
Außerordentliche Belastungen infolge der Krise haben das Handels- und das Finanzanlageergebnis im dritten Quartal stark beeinträchtigt. Insgesamt lag das Konzernergebnis vor Steuern im dritten Quartal bei minus 449 Millionen Euro.
Für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres weist die Postbank damit ein Vorsteuerergebnis von minus 112 Millionen Euro aus.
Im Vergleich zu den ersten neun Monaten 2007 gingen sowohl das Finanzanlage- als auch das Handelsergebnis wegen der Finanzmarktkrise deutlich zurück. Das Finanzanlageergebnis sank von 292 Millionen Euro auf minus 549 Millionen Euro.
Der Rückgang des Finanzanlageergebnisses ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen: So musste die Postbank wegen der signifikanten Kursrückgänge an den Aktienmärkten im dritten Quartal eine Wertkorrektur in Höhe von 65 Millionen Euro auf ihre Bestände an Aktien und Fondsanteilen vornehmen; für die ersten neun Monate entfallen auf Impairments auf Aktien und Fondsanteile 75 Millionen Euro. Die Wertkorrekturen auf strukturierte Kreditprodukte lagen im dritten Quartal bei 47 Millionen Euro; insgesamt waren auf diese Bestände in den ersten neun Monaten Impairments von 167 Millionen Euro vorzunehmen. Des Weiteren wurde das Finanzanlageergebnis im dritten Quartal durch Wertberichtigungen in Höhe von 317 Millionen Euro auf das Engagement der Postbank bei der unter Gläubigerschutz gestellten US-Investmentbank Lehman Brothers belastet Weitere 47 Millionen Euro Vorsorge auf Forderungen gegenüber Lehman Brothers wurden in der Risikovorsorge verbucht.
Maßnahmen
Die Postbank reagiert auf die aktuellen Herausforderungen mit einem Aktionsplan zur Weiterentwicklung ihrer Strategie. Damit stellt der Vorstand die Weichen für den künftigen Erfolg der Postbank und die dauerhafte Absicherung ihres Geschäftsmodells.
Die Postbank strebt eine nachhaltige Verbesserung der Ertragsqualität durch die Optimierung ihres Risikoprofils an. Konkret wird sie ihre starke Liquiditätsposition durch eine Weiterentwicklung ihrer Aktiv-Passiv-Steuerung sicherstellen. Auf der Aktivseite gehört dazu eine strikt auf Qualität und Profitabilität ausgerichtete Kreditpolitik. Auf der Passivseite wird die Postbank ihr Augenmerk noch stärker als bisher auf das Wachstum der Kundeneinlagen richten, um die Abhängigkeit vom Kapitalmarkt bei der Refinanzierung weiter zu reduzieren. Weiteres Kernelement des Aktionsplans ist eine Anpassung der Bilanzstruktur, in der sich künftig noch deutlicher als bisher der Fokus auf das klassische Kundengeschäft widerspiegeln wird. Insbesondere werden volatile Bilanzpositionen wie Aktieninvestments gezielt abgebaut, um kapitalmarktinduzierte Risiken spürbar zu verringern. Damit hat die Bank bereits zur Jahresmitte begonnen.
Ausblick
Für den Rest des Jahres rechnet die Postbank trotz des schwierigen Umfelds mit einer anhaltend positiven Entwicklung im Kundengeschäft. Im vierten Quartal sind allerdings im Zusammenhang mit den Turbulenzen an den Finanzmärkten für die gesamte Bankenbranche weitere finanzielle Belastungen zu erwarten. Den Auswirkungen dieser anhaltenden Verwerfungen wird sich auch die Postbank nicht entziehen können.
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