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KfW Gründungspanel ermöglicht Erforschung von Unternehmensgründungen

Frankfurt/Main, 28.10.2008 09:44 Uhr (redaktion)

Die KfW Bankengruppe hat in Zusammenarbeit mit dem Verband der Vereine Creditreform und dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung ZEW eine neue Erhebung zur Erforschung von Unternehmensgründungen vorgestellt.

Bisher gab es nur sehr geringe Erkenntnisse über die langfristige Entwicklung von Gründungen in Deutschland. Besonders das Wissen über den Erfolg von High-Tech-Gründungen war unterentwickelt. Um die Rahmenbedingungen für Gründer in diesem dynamischen, für den volkswirtschaftlich besonders wichtigen Bereich zu gestalten, ist ein empirisch fundierter, umfassender und kontinuierlich zu aktualisierender Wissensstand unbedingt erforderlich.

Mit dem KfW/ZEW-Gründungspanel existiert erstmals ein Instrument, das diesen Anforderungen entspricht. Es verfolgt die Entwicklung neu gegründeter Unternehmen über mehrere Jahre und stellt ein breites Spektrum unternehmens- und personenspezifischer Informationen bereit. Grundlage der jährlich rund 6.000 Unternehmen umfassenden Stichprobe sind so genannte wirtschaftsaktive Gründungen.* Die spezifische Schichtung der Stichprobe ermöglicht erstmals branchenspezifische Analysen auch für die kleine, aber volkswirtschaftlich außerordentlich bedeutsame Gruppe der technologieintensiven Gründungen. Das KfW/ZEW-Gründungspanel, das künftig jährlich erhoben, ausgewertet und veröffentlicht wird, soll die Informationsgrundlage für die Gründungsförderpolitik verbessern und die Gründungsforschung in Deutschland befruchten.

Bei der Vorstellung des Gründungspanels präsentierten der Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, Dr. Norbert Irsch, der Stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Creditreform AG, Prof. Dr. Helmut Rödl, sowie der Präsident des ZEW Mannheim und Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Herr Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Franz, die Ergebnisse der ersten Erhebung. Diese fand in der Zeit von Mai bis August 2008 bei Unternehmensgründungen aus den Jahren 2005-2007 statt.

Danach hatten junge Unternehmen zum Gründungszeitpunkt im Durchschnitt 2,4 Vollzeitarbeitsplätze. Hochgerechnet auf die Gesamtzahl aller rund 240.000 wirtschaftsaktiven Unternehmen entspricht dies knapp 600.000 Vollzeitarbeitsplätzen je Gründungsjahrgang (Durchschnitt der Jahre 2005-2007). Dabei starten Gründungen, die mit innovativen und technisch neuartigen Produkten und Dienstleistungen an den Markt gehen, mit mehr Beschäftigten und wachsen schneller als andere Gründungen. Auch das Humankapital der Gründer in Form von Ausbildung und unternehmerischer Erfahrung hat einen positiven Einfluss auf die Gründungsgröße und das Beschäftigungswachstum.

Nahezu alle (95 %) im Jahr 2007 gegründeten Unternehmen benötigen finanzielle Ressourcen für die Aufnahme des Geschäftsbetriebs, wobei das Gros (56 %) zusätzlich auch vorhandene Sachmittel, wie das eigene Auto, nutzt. In vielen Fällen werden jedoch nur sehr niedrige Sach- und Finanzmittel benötigt. Gut zwei Drittel (62 %) aller Gründungen nutzen eigene Mittel (Ersparnisse, Rücklagen) der Gründer. Besonders High-Tech-Gründungen des Verarbeitenden Gewerbes greifen in hohem Maße darauf zurück (71 %). "Insgesamt sind Eigenfinanzierungsbereitschaft und finanzielles Engagement der Gründer überraschend hoch und positiv zu bewerten. Vor dem Hintergrund der aktuellen Konjunkturprognosen gewinnt die Fähigkeit der Unternehmensgründer, die Umsetzung ihrer Geschäftsidee auch mit eigenen Mittel zu finanzieren, an Bedeutung, " betonte Prof. Rödl. Nur rund 35 % aller wirtschaftsaktiven Gründungen setzen auch externe Finanzierungsmittel ein, wobei der durchschnittliche Mitteleinsatz dann bei rund 32.000 EUR liegt. Innerhalb des gesamten externen Finanzierungsvolumens machen längerfristige Darlehen von Banken und Sparkassen mit einem Volumenanteil von 45 % den Löwenanteil aus.

(Quelle: KfW)

 

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