Berlin, 30.10.2008 15:27 Uhr (redaktion)
Die Unternehmensnachfolge ist für potenzielle Nachfolger und Senior-Unternehmer eine der größten Herausforderungen. Die Suche nach einem Nachfolger wird immer schwieriger.
Nach aktuellem DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge fanden 39 % der Senior-Chefs auf eigene Faust 2007 keinen passenden Nachfolger – 5 Prozentpunkte mehr als 2006. Die gute wirtschaftliche Situation im Jahr 2007 veranlasste deshalb viele Senior-Unternehmer, ihren Betrieb noch eine Weile fortzuführen. Zudem hatten potenzielle Nachfolger große Chancen auf eine gut dotierte abhängige Beschäftigung. Diese wird dem Risiko einer Unternehmensübernahme oft vorgezogen.
Von der Schwierigkeit, loszulassen
Die emotionalen Hürden bei der Weitergabe des Unternehmens an die nächste Generation sind groß: Häufig wurde das Unternehmen als Lebenswerk selbst aufgebaut. Dementsprechend können 43 % der Senior-Unternehmer nur schwer „loslassen“. Sich als Unternehmer selbst und auch das Unternehmen rechtzeitig auf den Generationswechsel vorzubereiten, ist eine Aufgabe, die nicht nur kaufmännisches Wissen und Branchenkenntnisse erfordert, sondern auch viel menschliches Fingerspitzengefühl.
Erbschaftsteuerreform erschwert Generationswechsel
Die Erbschaftsteuer wird immer häufiger als Hemmnis für eine erfolgreiche Fortführung des Familienunternehmens gesehen. 27 % der Senior-Unternehmer – 8 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr – befürchten, dass die Reform der Erbschaftsteuer der Fortführung ihres Betriebes im Wege steht. Viele Senior-Unternehmer erwägen daher den Verkauf ihres Unternehmens oder sogar dessen Zerschlagung. Die viel zu langen Fristen bei Lohnsummenbindung und Behaltensregeln sind betriebswirtschaftlich realitätsfern – ganz zu schweigen von der Bürokratie, die sie verursachen. Hinzu kommen deutlich höhere Wertansätze und eine Fallbeilregelung, die das volle Risiko der Steuernachzahlung bis zum letzten Tag der Frist erhält. Viele Senior- Unternehmer scheuen sich, ihren Nachfolgern einen mit solchen Unwägbarkeiten belasteten Betrieb aufzubürden.
Politik in der Pflicht
Aus Sicht der IHK-Organisation ist Folgendes zu tun:
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