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Finanzmarktkrise trifft Automobilbranche mit voller Wucht - globale Auswirkungen

Frankfurt/Main, 04.11.2008 16:32 Uhr (redaktion)

Unter der Überschrift "Automobilnachfrage weltweit im Rückwärtsgang" sieht der Verband der Automobilindustrie (VDA) eine äußerst düstere Zukunft für die Branche voraus. Details im Überblick.

Die deutsche Automobilindustrie konnte sich im Oktober dem erheblich beschleunigten globalen Konjunkturabschwung nicht mehr entziehen. "Die Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf Börsen und Realwirtschaft waren in ihrem Ausmaß und ihrer Geschwindigkeit so nicht annähernd vorhersehbar. Derzeit ist noch unklar, ob die Weltwirtschaft in eine länger anhaltende Rezession steuert. Sicher ist nur, dass diese Krise erhebliche Auswirkungen auf die globale Automobilkonjunktur haben wird", betonte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA).

Das Inlandsgeschäft verlaufe weiterhin unerfreulich. Im Oktober wurden 258.800 Pkw neu zugelassen. Damit wurde das bereits schwache Vorjahresergebnis um 8 Prozent unterschritten. Aufgrund der Entwicklung zu Jahresbeginn lag der Absatz in den ersten zehn Monaten zwar noch auf dem Niveau von 2007. Allerdings führten vor allem die im Zuge der Finanzmarktkrise sich massiv verstärkende Verunsicherung der Konsumenten, die Unklarheit über die künftige Ausgestaltung der Kfz-Steuer und die zu erwartende CO2-Regulierung in den letzten Monaten zu einer erneut höheren Kaufzurückhaltung. Hinzu kam die erhebliche Mehrbelastung der Autofahrer an der Zapfsäule.

Nachdem die Pkw-Inlandsbestellungen bereits im August und September deutlich gesunken waren - und damit in den ersten neun Monaten das Vorjahresniveau nicht erreicht wurde -, musste im Oktober ein erneutes Minus von 12 Prozent verzeichnet werden. Dementsprechend erwartet der VDA für den Rest des Jahres einen weiteren erheblichen Rückgang der Pkw-Neuzulassungen. Vor diesem Hintergrund wird die bereits vorsichtige VDA-Jahresprognose von bislang 3,2 Mio. Neuzulassungen auf maximal 3,1 Mio. Pkw angepasst. Wissmann betonte: "Dieses Ziel ist allerdings nur dann zu erreichen, wenn die angekündigte zeitlich befristete Aussetzung der Kfz-Steuer für Neufahrzeuge zur Belebung des gesamtwirtschaftlichen Wachstums rasch umgesetzt und im nächsten Schritt deren CO2-abhängige Umgestaltung unverzüglich angegangen wird. Eine neuerliche öffentliche Diskussion ohne Entscheidungen würde hingegen zu einer weiter verstärkten Kaufzurückhaltung führen und damit die immer prekärer werdende Lage noch verschärfen."

Die Ausfuhr der deutschen Hersteller hat durch die sich weltweit rasant abkühlende Konjunktur deutlich an Fahrt verloren. Während in den ersten Monaten die Exporte noch leicht über dem Rekordjahr 2007 lagen, gingen sie im Oktober mit 336.600 Einheiten kräftig zurück (-10 Prozent). Vor allem die Märkte in Westeuropa und USA haben massiv unter der Krise zu leiden. So brachen im Oktober die Verkäufe von Light Vehicles auf dem US-amerikanischen Markt um 32 Prozent ein. Zwar haben die deutschen Anbieter vergleichsweise besser abgeschnitten, allerdings mussten auch sie einen Absatzrückgang um 13 Prozent hinnehmen.

Die deutschen Hersteller passten ihre Inlandsfertigung bereits im Oktober (-10 Prozent) dem deutlichen Absatzeinbruch an. Insgesamt produzierten sie seit Jahresbeginn 4,8 Mio. Einheiten in Deutschland, das entspricht in etwa dem Volumen im Vergleichszeitraum 2007. Die aktuelle Nachfrageschwäche im In- und Ausland wird voraussichtlich auch bei der Inlandsproduktion zu einem Rückgang führen, nachdem in den letzten fünf Jahren stets wachsende Produktionsvolumina zu verzeichnen waren. "Sollte die Tarifauseinandersetzung in der Metallindustrie allerdings länger anhalten und von Arbeitsniederlegungen begleitet sein, dürfte es zu noch stärkeren Produktions- und Absatzrückgängen kommen", betonte der VDA-Präsident.

 

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