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Reaktionen der EU zur Finanzmarktkrise - bessere Überwachung

Berlin/Brüssel, 11.11.2008 08:35 Uhr (redaktion)

Zur Vorbereitung des Treffens der 20 größten Wirtschaftsnationen der Welt (G20) am 15. November in Washington trafen sich die 27 Staats- und Regierungschefs der EU am 7. November erneut in Brüssel.

EU will bessere Überwachung der Finanzmärkte
Bei diesem informellen Treffen wurde die Richtung festgelegt, die Europa einschlagen will, um der Finanzmarktkrise zu begegnen. Bundeskanzlerin Merkel erklärte nach dem Treffen, Europa spreche mit einer Stimme und gehe gut vorbreitet in die Gespräche mit den anderen Staaten.

Nach den Vorstellungen der EU soll es eine bessere Aufsicht über die Finanzmärkte geben, am besten international abgestimmt. Dies gelte auch für die Ratingagenturen. Diese Aufgabe könnte der Internationale Währungsfonds (IWF), ausgestattet mit weiteren Kompetenzen, übernehmen.

Es bedürfe grundsätzlich einer größeren Transparenz bei Unternehmensbilanzen und Finanzprodukten, befand die Kanzlerin. Wie dies am besten erreicht werden kann, wird nun in Washington diskutiert. Allgemein wird erwartet, dass diesem Treffen weitere folgen werden, bis eine international abgestimmte Vereinbarung steht.

Asem-Gipfel: Internationale Zusammenarbeit dringlich
Die Finanzmarktkrise betrifft die gesamte Welt. Daher stand sie auch als Hauptpunkt auf der Tagesordnung des Asem-Treffens von 45 Staats- und Regierungschefs aus der EU und Asiens am 25. Oktober in Peking. Die Staaten waren sich einig, dass die Kontrolle über die Finanzmärkte verschärft werden muss. Eine wichtige Rolle soll dabei der Internationale Währungsfonds spielen.

Europäische Währungsunion bewährt sich
In dieser bisher größten Finanzkrise nach Einführung des Euro erweist sich die europäische Währungsunion als großer Gewinn für die Finanzmärkte und damit für alle Volkswirtschaften. Die Stärke der Europäischen Zentralbank sorgt für die notwendige Liquidität der Banken.

Staaten, die nicht zum Euroland gehören, haben mit enormen Finanzproblemen umzugehen, wie die Beispiele Islands, Dänemarks oder Ungarns zeigen. Sie müssen Finanzspritzen der EU und anderer internationaler Organisationen in Anspruch nehmen.

Bundesregierung lehnt europäische Wirtschaftsregierung ab
Die Bundesregierung lehnt Vorschläge aus Frankreich nach weitergehender Lenkung der europäischen Wirtschaft ab.

Hier zeigt sich ein grundsätzlicher Unterschied im Umgang mit der Wirtschaft. Während es in Frankreich eine lange Tradition der Wirtschaftslenkung durch den Staat gibt, vertraut Deutschland mehr auf eine funktionierende Marktwirtschaft unter Aufsicht des Staates. Bundeskanzlerin Merkel hat daher den Ausbau der Euro-Gruppe der 15 Staaten, in denen der EURO bereits eingeführt ist, zu einer Art Wirtschaftsregierung abgelehnt.

(Quelle: Bundesregierung)
(Foto: pixelio)

 

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