Köln/Berlin, 12.11.2008 15:00 Uhr (redaktion)
Unter dem Eindruck der Finanzmarktkrise und der Konjunkturschwäche hat das Bundeskabinett das Maßnahmenpaket „Beschäftigungssicherung durch Wachstumsstärkung“ verabschiedet. Seine 15 Bausteine und sektorspezifischen Vergünstigungen sind vor allem eines - teuer. Neue Schulden werden die Folge sein.
Das in der vergangenen Woche beschlossene Programm zur Belebung der Wirtschaft kostet Bund, Länder und Gemeinden bis 2012 rund 23 Milliarden Euro.
Zu den Lichtblicken des Maßnahmenbündels gehören der schnellere Ausbau der Verkehrsinfrastruktur sowie die – allerdings auf zwei Jahre begrenzte – Wiedereinführung der degressiven Abschreibung auf mobile Wirtschaftsgüter. Kleinbetriebe mit einem Betriebsvermögen von jetzt 335.000 statt bisher 235.000 Euro dürfen zudem sofort 40 Prozent ihrer Anschaffungen steuerlich geltend machen.
Die günstigeren Abschreibungsbedingungen für die Unternehmen kosten den Staat in den kommenden vier Jahren insgesamt 13,7 Milliarden Euro und machen damit 60 Prozent des Konjunkturpakets aus.
Ansonsten hat die Große Koalition – nicht zuletzt aus Proporzgründen – ein buntes Potpourri an Maßnahmen zusammengestellt:
Dabei gäbe es „mitnahmefreie“ Alternativen: Würden der Solidaritätszuschlag und die Erbschaftssteuer abgeschafft, könnte der Steuerzahler selbst entscheiden, wohin das zusätzliche Einkommen fließt. Der ökologische Umbau der Kfz-Steuer – und nicht nur die zeitlich befristete Abschaffung für Neuwagen – würde die Verunsicherung der Autokäufer abbauen und den Erwerb technologisch hochwertiger und verbrauchsarmer Modelle fördern.
Damit das vorgeschlagene Programm keine Hypothek auf die Zukunft wird, wäre es ferner sinnvoll, bereits heute einen umfassenden Subventionsabbau ab 2011 zu beschließen und eine wirksame Schuldenbremse einzuführen.
(Quelle: IW Köln)
(Foto: PIXELIO)
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