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Bescherung am Arbeitsmarkt - noch moderat aber Tendenz eher schlecht

Berlin/Nürnberg, 27.11.2008 16:13 Uhr (redaktion)

Trotz der konjunkturellen Eintrübung zeigt sich der Arbeitsmarkt weiter robust. So blieb die Zahl der Arbeitslosen im November erneut unter der Drei-Millionen-Marke.

Zuletzt waren im Vergleichsmonat vor sechzehn Jahren weniger Menschen ohne Arbeit. Zugleich sind jetzt über 40,8 Millionen Menschen erwerbstätig: mehr als jemals zuvor in Deutschland.

Gegenüber Oktober ging die Arbeitslosigkeit um 8.000 auf 2,988 Millionen zurück, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg mit. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es 390.000 Arbeitslose weniger, gegenüber 2005 sogar knapp 1,6 Millionen.

Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Prozentpunkte leicht auf 7,1 Prozent zurück. "Der Arbeitsmarkt ist noch stabil. Allerdings mehren sich die Anzeichen, dass der wirtschaftliche Abschwung den Arbeitsmarkt bald erfassen wird", sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise.

Verlauf der Arbeitslosenquote
Verlauf der Arbeitslosenquote

In Deutschland waren im Oktober so viele Menschen erwerbstätig wie nie zuvor. Ihre Zahl stieg nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden auf 40,84 Millionen. Das sind 538.000 oder 1,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Im Vergleich zum September dieses Jahres erhöhte sich die Zahl um 219.000.

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im September nach der Hochrechnung der Bundesagentur für Arbeit bei 28 Millionen. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs von 578.000 oder 2,1 Prozent.

Dabei entfällt knapp zwei Drittel des sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsplus auf Vollzeitstellen. Die anderen Formen der Erwerbstätigkeit haben sich im Vorjahresvergleich nur wenig verändert.

Im September hat die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Vorjahresvergleich in Westdeutschland um 2,2 Prozent und in Ostdeutschland um 1,8 Prozent zugenommen.

Nach jüngsten Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung lag das gesamtwirtschaftliche Stellenangebot im dritten Quartal 2008 bei 998.000 Stellen. Das waren 129.000 oder 11 Prozent weniger als im Vorquartal und 255.000 oder 20 Prozent weniger als vor einem Jahr. Darunter waren 829.000 Stellenangebote für den ersten Arbeitsmarkt.

Trotz Rezession haben bislang nur wenige Unternehmen von ihren Einstellungsplänen Abstand genommen. "Die Arbeitskräftenachfrage bewegt sich auch im November trotz konjunktureller Krisenzeichen auf hohem Niveau", teilte die Bundesagentur für Arbeit mit.

Der von der Bundesagentur ermittelte Stellenindex (BA-X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften – sank nur leicht um zwei auf 163 Punkte. Er signalisiere "nach wie vor eine große Einstellungsbereitschaft der Betriebe, wenngleich eine Abschwächung der Nachfrage erkennbar wird".

(Quelle/Urhebrrecht an Text und Bild: Bundesregierung)

 

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