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Beitragsserie Altersvorsorge - Begriffe und Tipps rund um die Rente

Köln/Frankfurt am Main, 13.03.2009 16:45 Uhr (FS)

Die Verlierer der gesetzlichen Rentenversicherung sind heute 40 Jahre alt. Das zur gesetzlichen Rente privat vorgesorgt werden muss ist mittlerweile jedem klar. Doch verschätzen sich viele Bürger am tatsächlichen Kapitalbedarf im Alter.

Im Jahr 2050, so schätzen Experten, werden wohl 40% der deutschen Bevölkerung Rente beziehen – und zwar für einen Zeitraum von durchschnittlich jeweils 25 Jahren. Da bleiben Kürzungen bei der gesetzlichen Rente nicht aus. Teil 1 der Serie beschreibt die Grundelemente der Altersvorsorge in Deutschland.

Was viele unterschätzen
Rentenexperten haben ausgerechnet, dass sich die gesetzliche Rente aus der staatlichen Sozialversicherung von derzeit 67% des letzten Einkommens kontinuierlich auf 46% bereits im Jahr 2020 reduzieren wird.


 

Arbeitnehmer, die ab etwa 2035 in den Ruhestand gehen, sollten damit rechnen, gerade mal 40% ihres letzten Nettoeinkommens aus der gesetzlichen Rentenkasse zu erhalten.


 

Zudem müssen Ruheständler in Zukunft nicht nur die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung in stärkerem Umfang selbst zahlen, sondern auch auf die monatlichen Rentenauszahlungen zunehmend Steuern entrichten.

Wie funktioniert das nochmal mit der gesetzlichen Rente?
Monat für Monat zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber in einen bundesweiten Rententopf ein. Aus diesem Topf erhalten die Rentner von heute ihre monatlichen Auszahlungen. Wer im Berufsleben steht, unterstützt also die Generation, die sich bereits im Ruhestand befindet. Dies versteht man unter dem viel zitierten Generationenvertrag.

Anspruch auf die Rentenleistungen vom Staat haben alle gesetzlich Versicherten, die mindestens fünf Jahre lang Beiträge eingezahlt haben. Dabei beschränken sich die Leistungen der gesetzlichen Kasse nicht nur auf die Zahlungen im Ruhestand. Sie sichern darüber hinaus den Ehepartner oder die Kinder beim Tod des Versicherungsnehmers ab oder springen ein, wenn der Arbeitnehmer nach einer Krankheit bzw. einem Unfall nicht mehr arbeiten kann.

Doch was jeder Einzelne tatsächlich herausbekommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab: zum einen von wirtschaftlichen Kennzahlen wie dem Wirtschaftswachstum oder der Entwicklung von Löhnen und Gehältern. Und zum anderen von der Entwicklung der Bevölkerungsstruktur und der Zahl der Beschäftigten. Die seit 2001 vorgenommenen Reformen des deutschen Rentenversicherungssystems haben die gesetzliche Rente sicherer gemacht. Alle Neuerungen – wie etwa die Einführung der nachgelagerten Besteuerung - bieten aber bei weitem keine Gewähr, dass mit ihr der Lebensstandard im Alter gehalten werden kann. Es sollte klar sein, dass die gesetzliche Rente nicht die einzige Vorsorgeart bleiben kann. Sie sollte daher durch betriebliche Vorsorge und private Vorsorge ergänzt werden.

Die betriebliche Vorsorge
Die betriebliche Altersversorgung in Deutschland wird vom Arbeitgeber organisiert und in der Regel auch finanziert. Sie trägt dazu bei, dass der Mitarbeiter bei Eintritt eines Versorgungsfalls, also bei Pensionierung oder Erwerbsminderung besser abgesichert ist bzw. das seine Hinterbliebenen im Falle seines Todes abgesichert sind. Es handelt sich dabei um eine freiwillige Leistung, das heißt das Unternehmen entscheidet, ob es einen finanziellen Beitrag zur betrieblichen Altersversorgung aufbringt, welcher Personenkreis davon profitiert und in welchem Umfang Kapital bereitgestellt wird.

Der Arbeitgeber entscheidet zudem, auf welchem Durchführungsweg er eine Versorgungszusage trifft. Dies können Pensionskasse oder Pensionsfonds sein. Diese sind übrigens sogar dann noch abgesichert, wenn die Firma Pleite gehen sollte. Bietet der Arbeitgeber als betriebliche Altersversorgung weder Pensionskasse noch Pensionsfonds an, kann der Arbeitnehmer auf dem Abschluss einer Direktversicherung bestehen.

Die private Vorsorge
Es existieren zahlreiche Anlagevarianten. Für welche sie sich entscheiden, hängt immer von der jeweiligen Situation, den individuellen Bedürfnissen und ihren künftigen Wünschen ab. So können Singles auch schon einmal etwas riskieren, während Familien vor allem auf eine hohe Absicherung für den Notfall Wert legen. Während die Generation 50+ eher auf Nummer sicher gehen wird, haben die 20- und 30-Jährigen noch genügend Zeit, um eventuelle Kursschwankungen am Aktienmarkt aussitzen zu können.

Neben den vom Staat geförderten Vorsorgealternativen der Riester-Vorsorge oder der Rürup-Rente bieten die Banken und Finanzdienstler zahlreiche weitere Modelle zur privaten Altersvorsorge. Hierzu gehören die klassischen Formen der Kapitalanlage wie etwa festverzinsliche Wertpapiere oder Aktien ebenso wie Kapitallebens- beziehungsweise Rentenversicherungen oder die fondsgebundene Lebensversicherung.

Nächster Teil:"Die Vorsorge-Bausteine und ihre Bedeutung."

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(Quelle/Copyright: Bundesverband deutscher Banken)

 

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