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Deutsche Sparer sind ohne große Verschuldung durch die Finanzkrise gekommen

Düsseldorf, 05.06.2011 14:32 Uhr (Finanzredaktion)

Nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung haben die Privathaushalte von der Dotcom-Blase gelernt. Sie haben sogar während der Finanzkrise weniger Schulden gemacht.

„Die Haushalte scheinen aus dem Platzen der Dotcom-Blase gelernt zu haben“, sagt Dorothea Schäfer, DIW-Forschungsdirektorin Finanzmärkte. „Damals gab es deutlichere Effekte durch kreditfinanzierte Aktienspekulationen.“ Seitdem sei die Belastung durch Zinsen und Tilgung rückläufig. „Daran hat auch die Finanzkrise nichts geändert. Lediglich durch die Abwrackprämie haben sich Haushalte zu zusätzlichen Krediten für den Autokauf verleiten lassen. Insgesamt sind die Sparquoten sogar gestiegen“, erklären Schäfer und ihre Ko-Autorin Marlene Karl. Im Jahr 2009 waren deutlich weniger Haushalte – nämlich 18 Prozent - mit Konsumenten- und Immobilienkrediten belastet als während der Dotcom-Krise, als es noch circa 20 Prozent waren.

Auch die monatliche Belastung mit Zins- und Tilgungszahlungen lag deutlich unter dem damaligen Niveau. Rund 40 Prozent der Befragten empfanden die Schulden jedoch weiterhin als „schwere Belastung“. Für 60 Prozent stellten sie „kein“ oder nur „ein geringes Problem“ dar. „Die Haushalte in Deutschland haben eine Tendenz, sich liquide und ihre Finanzsituation möglichst stabil zu halten. Dabei spielt sicher auch eine Rolle, dass sie im Alter nicht verschuldet sein wollen. Deswegen führen Haushalte, wenn sie älter werden, zunehmend die Verschuldung zurück“, erklärt Schäfer. Auch die niedrigen Zinsen haben die Haushalte nicht dazu veranlasst, mehr Schulden aufzunehmen.

(Quelle: DIW Berlin)
(Foto: Kirchhoff;PIXELIO)

 

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