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Bund veröffentlicht Daten zur wirtschaftlichen Lage in der Bundesrepublik

Düsseldorf, 10.02.2012 09:22 Uhr (Wirtschaftsredaktion)

Wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie mitteilt, verlief die wirtschaftliche Entwicklung in den ersten drei Quartalen 2011 sehr dynamisch, dann schwächte sich die gesamtwirtschaftliche Leistung im Jahresschlussquartal 2011 leicht ab.

Die Gründe hierfür lagen vor allem in der Verunsicherung aufgrund der Verschuldungssituation einzelner Staaten, insbesondere im Euroraum. Darüber hinaus hat sich das Wachstum in Europa und anderen Regionen der Welt merklich verlangsamt. Für die deutsche Wirtschaft gibt es allerdings bereits erste Signale einer Stabilisierung. Sie deuten darauf hin, dass die Schwächephase nur vorübergehend bleibt und die Wirtschaft in Deutschland sich bald wieder belebt. Trotz wichtiger politischer Weichenstellungen, die in den letzten Wochen und Monaten bei der Stabilisierung der Schuldenkrise im Eurogebiet erreicht werden konnten, bleiben die Risiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung auch in Deutschland allerdings nach wie vor hoch. Die Entschlossenheit aller Euroländer, die bestehenden Haushaltsprobleme und Wettbewerbsschwächen konsequent und konkret anzugehen, wird entscheidend sein, wenn es um die Rückkehr zu einem dynamischeren Wachstum in ganz Europa geht.

Ausschlaggebend für die gedämpfte Entwicklung im vierten Quartal 2011 war die Einschränkung der industriellen Aktivität. Nach bereits verhaltenem Einstieg ging die Industrieproduktion insbesondere im Dezember spürbar zurück. Sie blieb im gesamten Jahresendquartal um 2,2 Prozent unter dem Stand des dritten Quartals. Den Industrieumsätzen zufolge verzeichnete sowohl das Inlands- als auch das Auslandsgeschäft Rückgänge. Das Bauhauptgewerbe behauptete demgegenüber sein Produktionsniveau im Jahresendquartal.

Im Zuge der gedämpften weltwirtschaftlichen Entwicklung und insbesondere der schwächeren konjunkturellen Entwicklung in Europa gingen vom Außenhandel im vierten Quartal 2011 voraussichtlich keine positiven konjunkturellen Impulse aus. Die nominalen Warenausfuhren schwächten sich im Dezember saisonbereinigt kräftig ab (-4,3 Prozent), womit sich im gesamten vierten Quartal ein Rückgang um 1,1 Prozent ergab.

Die deutsche Konjunktur wird sich auch zu Beginn dieses Jahres vorerst noch verhalten entwickeln. Allerdings sendet die spürbare Zunahme der Bestellungen in der Industrie im Dezember (+1,7 Prozent) trotz der leichten Abschwächung im vierten Quartal insgesamt (-1,4 Prozent) ein positives Signal. Zusammen mit der Aufhellung der Stimmungsindikatoren spricht dies für eine rasche Überwindung der aktuellen Schwächephase.

Darüber hinaus spricht das anhaltend freundliche Konsumklima für eine weiterhin stabile Entwicklung der privaten Konsumausgaben. Zwar gingen die Umsätze im Einzelhandel (ohne den Handel mit Kraftfahrzeugen) im Jahresschlussquartal 2011 leicht zurück (-0,7 Prozent). Entscheidende Rahmenbedingungen für den privaten Konsum bleiben aber günstig. Dies gilt insbesondere für die positiven Entwicklungen am Arbeitsmarkt und bei den Einkommen. So setzte sich der Beschäftigungsaufbau zum Jahresende ungeachtet der aktuellen Konjunkturschwäche ungebrochen fort.

(Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie)
(Foto: Peter Kirchhoff;pixelio.de)

 

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