Düsseldorf, 20.06.2012 19:15 Uhr (EU Redaktionsteam)
Das EU-Parlament hat Druck auf das Thema Roaming-Gebühren gemacht. Neben neuen Maximalpreisen für Gespräche und Kurznachrichten (SMS) wird es erstmals gedeckelte Endkundenpreise für das Herunterladen von Daten geben.
Grundlage ist eine vom Parlament am 10. Mai 2012 mit großer Mehrheit verabschiedete (3.) Roaming-Verordnung, mit der die Preise stufenweise weiter herabgesetzt werden (nachfolgend jeweils ohne MwSt).
Auf Druck des Parlaments wird für das mobile Runterladen von Daten jenseits der Landesgrenze ab 1. Juli 2012 die Höchstgrenze auf 70 Eurocent pro Megabyte festgelegt. 2013 wird die Preisobergrenze für das Internet-Surfen im EU-Ausland auf 45 Cent und ab 1. Juli 2014 auf 20 Cent herabgesetzt.
Auch die Gesprächstarife werden deutlich günstiger. Für ein angenommenes Gespräch sinkt der Preis pro Minute ab Juli 2012 von derzeit 11 auf 8 Cent und auf 5 Cent ab Juli 2014; für einen selbst getätigten Anruf sinkt der Preis pro Minute von derzeit 29 auf 24 Cent und auf 19 Cent ab Juli 2014.
Auch das Senden von Kurznachrichten wird künftig günstiger. Während der momentane Höchstpreis bei 11 Cent liegt, wird er ab 1. Juli 9 Cent und ab 2014 6 Cent betragen.
Um „Rechnungsschocks“ zu vermeiden, werden in Zukunft auch Mo-bilfunknutzer außerhalb der EU per SMS, E-Mail oder Pop-up-Meldung gewarnt, so-bald sie für Datendienste einen Rechnungsbetrag von 50 EUR erreichen. Um die Datenroamingdienste weiter nutzen zu können, müssen sie dann ausdrücklich bestä-tigen, dass sie diesen Betrag überschreiten wollen.
Nach Berechnungen der Kommission können durch die vom Parlament verabschie-dete Neuregelung Familien jährlich über 200 EUR und Geschäftsreisende über 1000 EUR sparen.
Detailinfos zum Dataroaming und zu den neuen Tarifen erhalten Sie hier.
(Quelle: Dr. Werner Langen, MdEP)
(Foto: Peter Kirchhoff;pixelio.de)
» Zur Startseite von Finanzen Markt & Meinungen