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Rechtsschutzversicherung: Finanzielle Absicherung wird immer wichtiger

Düsseldorf, 01.08.2013 17:18 Uhr (FS)

Nicht nur, weil ab dem 01. August 2013 die Anwalts- und Gerichtskosten deutlich steigen, ist eine private Rechtsschutzversicherung sinnvoll. In der heutigen Zeit verlangt beispielsweise das Arbeitsrecht - eine unberechtigte fristlose Kündigung - ein Mehr an Schutz.

Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der GDV-Hauptgeschäftsführung (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.): “Wer sein Recht vor Gericht durchsetzen will, muss künftig tiefer in die Tasche greifen. Die Anwaltsgebühren nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz steigen spürbar an."

Zum 1. August 2013 tritt das 2. Kostenrechtmodernisierungsgesetz in Kraft. Dadurch werden Anwalts- und Gerichtskosten sowie die Abrechnungsentgelte für Notare, Sachverständige und Dolmetscher teurer. Der GDV geht davon aus, dass sich durch die Änderung des Gesetzes die Schadenzahlungen der Rechtsschutzversicherer um ca. 16 Prozent bzw. 375 Millionen Euro pro Jahr erhöhen werden.


 

Nach einer aktuellen Forsa-Umfrage, würden zwei Drittel der Deutschen aus Angst vor den Kosten eines Rechtsstreits auf ihr Recht verzichten!


 

 

GDV Rechtskosten

Es kommen schnell einige tausend Euro zusammen. Die Beiträge der Rechtsschutzversicherungen betrugen im Jahr 2009 rund 3 Milliarden Euro. Die Leistungen lagen im selben Jahr bei fast 2,5 Milliarden Euro. (Quelle: statista; Hamburg)

D.h, die sogenannten Produktgeber, also Versicherungen, mussten ordentlich für den Schutz zahlen. Sinnvoll ist es, sich mit einer maßgeschneiderten, privaten Rechtsschutzversicherung zu beschäftigen. Aber wann ist eine Rechtsschutzversicherung sinvoll?

Arten:
Es existieren zig Möglichkeiten sein "Recht" zu "Schützen". Schadenersatz Rechtsschutz, Arbeits-Rechtsschutz, Wohnungs- und Grundstücks-Rechtsschutz, Rechtsschutz im Vertrags- und Sachenrecht, Steuer-Rechtsschutz, Sozialgerichts-Rechtsschutz, Verwaltungs-Rechtsschutz, Straf-Rechtsschutz,Orndungswidrigkeiten-Rechtsschutz etc.

Jeder einzelne muss für sich überlegen, in welcher Lebenssituation die richtige Rechtsschutzversicherung abgeschlossen werden sollte. Wer regelmäßig am Straßenverkehr teilnimmt, einen schwierigen Vermieter hat oder eventuell um Leistungen aus einer privaten Krankenversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung streiten muss. Beachten sollte man aber auch bestimmte Wartefristen. Im Bereich des Familienrechts, bsp. bei Scheidungsangelegenheiten, kann diese bis zu drei Jahren betragen.

Es gilt, sich einen vernünftigen Überblick zu verschaffen, welcher Anbieter die geeigneten Bereiche abdeckt. Neben einem Leistungsvergleich, liefert beispielsweise ein Rechtsschutzversicherung Test den richtigen Tarif. In Deutschland bieten ca. 50 Versicherer Tarife an. Beliebt sind auch Kombi-Tarife, bestehend aus Privat-, Berufs- und Verkehrsrechtsschutz.

Tipp: Der Umfang der Versicherungsleistungen in der Privat Rechtschutzversicherung ist in den so genannten ARB (Allgemeinen Rechtsschutzbedingungen) geregelt. Diese sollte von der jeweiligen Versicherung vorgelegt werden.

Steuern
Nach deutschem Regelwerk ist eine Rechtsschutzversicherung steuerlich absetzbar, wenn sie einen Arbeitsrechtsschutz enthält. Es kann sich auch um einen beruflich bedingten Rechtsschutz oder einen Arbeits-Rechtsschutz handeln, der in einer privaten Rechtsschutzversicherung inbegriffen ist. Relevanz haben somit z.b. Rechtsschutz-Pakete wie der Familien-Rechtsschutz oder die Kombination aus Verkehrs- und Familienrechtschutz. Üblicherweise enthalten diese nämlich einen Berufsrechtsschutz.

(Foto: Thorben Wengert / pixelio.de)

 

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